Zu schnell gefahren und geblitzt – was tun?

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Zu schnell gefahren und geblitzt - was tun?

Zu schnell gefahren und geblitzt – was tun?

Rund 2,8 Millionen Autofahrer stocken jĂ€hrlich ihr Punktekonto in Flensburg auf, weil sie mindestens 21 km/h zu schnell gefahren sind. Wenn‘s geblitzt hat, sind der Schreck und die Verunsicherung groß. War ich wirklich so schnell? Wurde ĂŒberhaupt richtig gemessen? Bekomme ich Punkte, wieviele ĂŒberhaupt oder gar ein Fahrverbot? Okay, wir haben eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: irgendwas wird am Verstoß und dem auslösen des Blitzes schon dran sein. Die gute: nicht alle Messungen entsprechen den gesetzlichen Bestimmungen und können erfolgreich angefochten werden.

Die ÜberprĂŒfung der Anschuldigung sollte man auf jeden Fall einem Rechtsanwalt ĂŒberlassen. Denn zum Beispiel stellt eine Ausrede wie, dass man den Flieger erreichen musste, keineswegs eine Entlastung dar. Im Gegenteil – sie suggeriert vielmehr Vorsatz, was sogar eine Verdoppelung der Geldbuße nach sich ziehen kann. In der Regel sind die MessgerĂ€te korrekt. Allerdinngs lassen sich in einigen FĂ€llen lassen technische Fehler oder eine falsche Bedienung nachweisen. Wer ĂŒberzeugt ist, dass etwas nicht stimmt, sollte daher unbedingt ĂŒber einen Fachanwalt Akteneinsicht einholen und klĂ€ren, ob es ĂŒberhaupt AnknĂŒpfungspunkte fĂŒr ein teures SachverstĂ€ndigengutachten gibt.

Ein Fahrverbot kann nur im Ausnahmefall und wenn ganz besondere GrĂŒnde vorliegen in eine Geldbuße umgewandelt werden. Insbesondere, wenn die KĂŒndigung des Arbeitsplatzes droht, weil nicht mehr Auto gefahren werden kann. In so einem Fall kann gegen eine höhere Geldbuße – meist wird verdoppelt – von einem Fahrverbot abgesehen werden.

Wird ein FahranfĂ€nger wĂ€hrend der Probezeit mit 21 km/h zu viel geblitzt, verlĂ€ngert sich nach Rechtskraft des Bußgeldbescheids die Probezeit von zwei auf vier Jahre. Außerdem muss ein Aufbauseminar in einer Fahrschule besucht werden.

Das Übersehen des Schildes, das ĂŒber die Höchstgeschwindigkeit informiert, lohnt sich ein Einspruch nach ADAC-Angaben nur selten. Die Frage ist, ob das Schild ausreichend gut zu erkennen war. Dies prĂŒft die Polizei, wenn sie die Messstelle einrichtet.

Erreicht den TemposĂŒnder wegen einer GeschwindigkeitsĂŒberschreitung von 13 km/h kein Verwarnungsgeld, sondern gleich ein Bußgeldbescheid, könnte das Verwarnungsgeldschreiben in der Post verlorengegangen sein. Dies wertet die Behörde als „nicht bezahlt“ und erlĂ€sst einen Bußgeldbescheid. Dann werden neben 25 Euro Strafe auch 28,50 Euro Verfahrenskosten fĂ€llig. Wer einen Verkehrsrechtsschutz hat, bekommt das Geld erstattet.

Beim Blitzer-Foto muss eine zweifelsfreie Identifizierung möglich sein. Bleiben beim Gericht Bedenken, kann es einen Gutachter einschalten oder gleich das Verfahren einstellen. Allerdings kann dem Halter des Fahrzeugs dann eine Fahrtenbuchauflage drohen.

 

(Quelle: ampnet/nic)

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