Wiederkehr einer Ikone – BMW 3.0 CSL Hommage

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Gibt es schöneres Lob fĂŒr ein Auto als das eines Wettbewerbers? Gut, der BMW 3.0 CSL ist nun mehr als 40 Jahre alt, aber es ist dennoch ungewöhnlich, wenn ein Star wie Luc Donckerwolke, derzeit Bentley-Chefdesigner, den CSL als eines der faszinierendsten Autos aller Zeiten wĂŒrdigt: „Die Batmobile in Spa-Francorchamps waren mein Kindheitstraum“, verriet er einst dem Autor dieser Zeilen.

Das „Batmobil“, die spĂ€te AusfĂŒhrung des BMW 3.0 CSL, war ein Rennwagen, der damals entscheidend mithalf, die Marke BMW als Inbegriff der Sportlichkeit zu definieren. Jetzt hat BMW das legendĂ€re Monster neu interpretiert. Beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este in der NĂ€he von Como hat das Unternehmen eine Ă€ußerst faszinierende Hommage an das historische CoupĂ© gezeigt.

BMW 3.0 CSL Hommage (Foto: BMW)

Der 3.0 CSL war die Krönung der Baureihe E9, die wiederum eine ungewöhnliche Geschichte hat. Sie war abgeleitet vom ungeschickt gezeichneten 2000 C/CS, der CoupĂ©-Version der „Neuen Klasse“, und damit gleichzeitig ein enger Verwandter der 02er-Serie. Mit seiner feminin wirkenden Frontpartie und Vierzylinder-Motoren fiel es dem CoupĂ© schwer, viele Liebhaber zu finden.

Mit der Verwandlung des 2000 C/CS in den E9 wurden die Probleme schlagartig gelöst. Ausgestattet mit einem maskulineren Gesicht und dem berĂŒhmten M30-Reihensechszylinder vollzog das CoupĂ© den Schritt in die Oberklasse. Der 2800 CS, 1968 prĂ€sentiert, wich 1971 dem 3.0 CS, zu dem sich kurz darauf der 3.0 CSi gesellte. Gleichzeitig entwickelten BMW (und Alpina) 3.0 CSL als Basisfahrzeug fĂŒr den Rennsport. Die Änderungen am Motor waren ĂŒberschaubar, die Aerodynamik wurde indessen erheblich verbessert und beim Leichtbau zog BMW alle Register. Von 1973 bis 1975 mutierte der CSL dank massivem HeckflĂŒgel zum „Batmobil“.

Der 3.0 CSL wurde zur Legende auf der Rennstrecke; obwohl er im Straßenverkehr schon 1976 durch den 6er ersetzt wurde, gewann er noch dreimal die Europameisterschaft, zuletzt 1979.

BMW 3.0 CSL Hommage (Foto: BMW)

Jetzt hat BMW das Kultauto wiederentdeckt. „Der 3.0 CSL ist die BMW-Ikone schlechthin“, sagt BMW-Designchef Karim Habib. Und: „Wir haben uns getraut, den Geist dieses Autos neu zu interpretieren.“ Bereits wĂ€hrend des vergangenen Concorso d’Eleganza, bei dem BMW die Studie Mini Superleggera vorstellte, erhielt Habib grĂŒnes Licht von Chefdesigner Adrian van Hooydonk.

Der BMW 3.0 CSL Hommage fĂŒhrt die Linie neuinterpretierter Ikonen in Villa d’Este fort. Schon 2008 wurde eine Hommage an den M1 gezeigt, 2011 folgte die 328 Hommage. Genau wie diese Modelle wurde der 3.0 CSL Hommage komplett im eigenen Haus entworfen und aufgebaut.

Der Freiheitsgrad der Designer lag deutlich höher als ĂŒblich, denn diesmal entfielen jegliche Machbarkeitsstudien fĂŒr eine kĂŒnftige Serienfertigung. BMW plant leider nicht, das CoupĂ© auf die Straße zu bringen. Habib gibt Einblick: „Wir sind an dieses Auto nicht dem systematischen, strategischen Ansatz herangegangen, der andere Concept Cars auszeichnet, sondern wir wollten die Kultur des Automobils und das Design feiern.“

BMW 3.0 CSL Hommage (Foto: BMW)

Dennoch war der kreative Prozess nicht trivial. Die Arbeiten am Projekt begannen kurz nach dem letztjĂ€hrigen Concorso d’Eleganza. Habib spricht von einem „vorsichtigen und respektvollen“ Ansatz: „Die Hommage vermittelt puren BMW-Geist. Dabei schauen wir nicht einfach nach hinten, sondern wir nutzen die Historie, um mit modernen Mitteln eine Fahrmaschine zu bauen.“

Neben den futuristischen Leuchtelementen und dem riesigen Heckspoiler fallen die vorderen KotflĂŒgel ins Auge, die sich aus der FrontschĂŒrze entwickeln. Gezielte Kohlefaser-Elemente unterstreichen den Leichtbau – auch im Innenraum, der mindestens ebenso innovativ ist wie die Außenhaut. Habib beschreibt ihn als „sehr sportlich fokussiert, reduziert und puristisch glatt.“

Der 3.0 CSL Hommage ist kein TechnologietrĂ€ger, aber Habib hat relativ konkrete Vorstellungen: „So ein Auto muss natĂŒrlich gut klingen, es muss leicht sein und schnell um die Ecke gehen. Es geht dabei um das Erfahren analoger Technik, um Straßensport.“ So ganz konnte man sich den Verweis auf die hauseigene Hybrid-Kompetenz trotzdem nicht verkneifen: Im Kombiinstrument findet sich ein Verweis auf die Funktion „e-Boost“.

Vielleicht ist das die schönste Eigenschaft der 3.0 CSL Hommage: Zu zeigen, dass auch heute noch pure Emotion auf die RÀder gestellt werden kann. Vor allem, wenn man sich dabei einer so reichen Historie bedienen kann wie die Bayerischen Motorenwerke.

BMW 3.0 CSL Hommage (Foto: BMW)

(am)mpnet

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