Unfallforschung: Gurt bleibt Lebensretter Nummer 1

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Er gehört eher zu den unauffĂ€lligen Fahrzeugteilen, hat sich in Form und Farbe seit seiner serienmĂ€ĂŸigen EinfĂŒhrung Ende der 1950er praktisch kaum verĂ€ndert, er ist kein modernes Gimmik, das AutokĂ€ufer als erstes auf die Bestellliste setzen und trotzdem zĂ€hlt er zu den wichtigsten Sicherheitseinrichtungen im Auto: der Sicherheitsgurt. Einer aktuellen ADAC Untersuchung nach trugen 20 Prozent der tödlich verunglĂŒckten Fahrzeuginsassen im vergangenen Jahr keinen Gurt. Die Unfall-Experten gehen davon aus, dass ein Großteil davon angeschnallt ĂŒberlebt hĂ€tten. Um die dramatischen Folgen fĂŒr „Gurtmuffel“ zu zeigen, hat der Autoclub jetzt Crashversuche mit 64 km/h und 30 km/h durchgefĂŒhrt.

Sind Frontpassagiere angeschnallt, sind sie bei Tempo 64 in einem modernen Fahrzeug gut geschĂŒtzt. Das Ă€ndert sich – trotz Airbag – aber dramatisch, wenn die Insassen ohne Gurt unterwegs sind. LebensgefĂ€hrliche Verletzungen an Brust und Kopf sind die Folge, dauerhafte SchĂ€digungen der unteren ExtremitĂ€ten sehr wahrscheinlich. Auch der Unfall in der Stadt mit 30 km/h lĂ€uft angegurtet glimpflich ab. Ohne Gurt sind auch hier schlimme Verletzungen zu erwarten. Ein derartiger Unfall entspricht fĂŒr die beteiligten Personen immerhin einem Sturz aus vier Metern Höhe. Dass der Airbag bei derartig niedrigen Geschwindigkeiten nicht zwingend ausgelöst wird, macht die Situation noch prekĂ€rer.

Gerade die UnfĂ€lle bei niedriger Geschwindigkeit und „gurtlos“ sind nicht zu unterschĂ€tzen. Ein eigentlich harmloser Unfall verursacht schwerste Verletzungen. Die Knie der Beteiligten wĂŒrden ohne Gurt ins Armaturenbrett rammen. Die Brust schlĂ€gt auf das Lenkrad, der Kopf stĂ¶ĂŸt gegen die Scheibe.

Der ADAC fordert, dass Gurtwarner flĂ€chendeckend eingesetzt werden mĂŒssen. In der Typgenehmigung der Fahrzeuge sind die Warner immer noch nicht verpflichtend vorgeschrieben. Sie sollten außerdem auf allen PlĂ€tzen im Auto verbaut sein. Ferner mĂŒssen bessere Gurte (mit Straffer und Kraftbegrenzer) auch auf der RĂŒckbank eingebaut sein. Um die Zahl der Toten und Schwerverletzten zu reduzieren, muss durch Crashtests und andere Verbraucherschutzkampagnen eine noch höhere Anschnallrate (derzeit 98 Prozent) erreicht werden.

Wer als Fahrer oder Beifahrer nicht angeschnallt ist, riskiert ĂŒbrigens ein Verwarngeld von 30 Euro. Der Fahrer eines Autos sollte auch im Eigeninteresse darauf achten, dass alle Insassen des Autos angeschnallt sind. Schließlich kann ein unangeschnallter Heckpassagier fĂŒr den Fahrer zur tödlichen Gefahr werden, da er bei einem Crash unkontrolliert auf den Fahrzeuglenker prallt.

Die Folgen eines Unfalls ohne Gurt kann man wahrscheinlich erst verinnerlichen, wenn man genaue Bilder vor Augen hat – das folgende Video könnte hier auf die SprĂŒnge helfen.

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