Unbeliebte Preisträger – Autos des Jahres, die keiner haben will…

0

Ach was ist es nicht schön – General Motors hat dank staatlicher (und stattlicher) Hilfe die Krise gemeistert und verbucht wieder satte (Milliarden)Gewinne. Dazu ergattern der Chevy Volt und sein deutsches Pendant der Opel Ampera auch noch den heiß begehrten Titel „Auto des Jahres 2012“! Auserwählt und erkoren durch 59 Journalisten aus 23 europäischen Ländern. So viele Presseexperten können nicht irren und sowieso: ein serienproduziertes Elektroauto muss einfach das Auto des Jahres sein.

Komisch ist nur: kurz auf die Meldung der Preisverleihung folgt prompt die Nachricht aus Amerika, die Produktion des Volt wird für mindestens fünf Wochen gestoppt! Was ist passiert? Die Welt gelüstet doch nach Preisträgern und Stars. Doch weit gefehlt: Der Chevy Volt scheint ein Ladenhüter. Die schlechten Verkaufszahlen in den USA veranlassen den Hersteller zum Fließbandstopp. Chevrolet tüftelt jetzt erstmal an einer neuen Werbekampagne nebst attraktiven Leasingangeboten. Ob’s hilft weiß niemand, weder in Detroit noch in Rüsselsheim. Denn auch bei den Amperaverkäufen war das vergangene halbe Jahr ernüchternd. So orderten im Oktober 2011 gerade mal zwölf Opelkunden den Stromer – lediglich der Daihatsu Copen hat weniger Fans, den asiatischen Frischluftzwerg kauften gerade mal drei Ver(w)irrte.

Doch warum liegen Fachpresse und Kundengeschmack soweit auseinander? Liegts an den technischen Daten? Chevy Volt und Opel Ampera werden von einem 151 PS starken Elektromotor angetrieben, der eine Höchstgeschwindigkeit von rund 160 km/h ermöglicht. Von 0 auf 100 sprinten die Limousinen in 9 Sekunden und mit einer Akkufüllung schaffen die Stromer bis zu 80 Kilometer, was für die meisten Fahrten innerhalb der Stadt völlig ausreicht. Für mehr Reichweite steht ein 1,4-Liter-4-Zylinder- Benzin-Motor mit 84 PS zur Verfügung. Dieser dient jedoch nicht als Antrieb, sondern als Stromgenerator, der anspringt, sobald der Akku leer ist. Der Benzinmotor treibt dann einen Generator an, der Strom für den Akku im Volt und Ampera generiert. Durch den Range-Extender (also das Benzinmotörchen) erhöht sich die Reichweite auf bis zu 500 km. Laut Opel lässt sich der Akku des Ampera in weniger als vier Stunden über an der Hausstrom-Steckdose aufladen. Klingt eigentlich nach einer runden Sache, und der Preis des Ampera (ab 42.900 Euro) verschreckt sogar Pfennigfuchser nicht sofort.

…naja, vielleicht gehört der Titel „Auto des Jahres“ aber auch schon zur geplanten neuen Werbekampagne? Denn was gelobt wird, wird vielleicht auch geliebt… und gekauft.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT