Saab nun doch gerettet?

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Nun geht es also doch weiter fĂŒr die schwedische Traditionsmarke, deren Mitarbeiter und Management in den vergangenen Monaten und Jahren ein Wechselbad der GefĂŒhle ĂŒber sich ergehen lassen mussten. Die von General Motors 2010 aufgrund zu geringer Absatzzahlen als ungeliebte Tochter verstoßene und fĂŒr 400 Millionen Euro an die niederlĂ€ndische Spyker Cars verkaufte Marke Saab hatte nur kurze Zeit der verhaltenen Hoffnung. Seit FrĂŒhjahr 2011 lief auch unter dem neuen Dach kein Auto mehr vom Band. Es folgten eine verzweifelte Suche nach ernstzunehmenden Geldgebern, schließlich ein Sanierungskonzept unter GlĂ€ubigerschutz und letzten Endes immer wieder Versprechen chinesischer Investoren, bei Saab einsteigen zu wollen und Geld fließen zu lassen. Beides scheiterte. Nicht zuletzt auch wegen der Weigerung GMs, Produktionslizenzen freizugeben. Im vergangenen Dezember musste Saab-Chef Victor Muller Insolvenz beantragen.

Richten soll das Schicksal von Saab nun eine japanisch-chinesisch-schwedische Investorengruppe, die National Electric Vehicle Sweden (NEVS). Ein Kaufvertrag mit dem Konsortium haben die Insolvenzverwalter unterzeichnet, ĂŒber den Kaufpreis Ă€ußerte man sich nicht. GefĂŒhrt wird die KĂ€ufergruppe von der japanischen Investmentfirma Sun Investment und der in Hongkong ansĂ€ssigen National Modern Energy Holding, einem Hersteller von Windenergie- und Solarkraftwerken. Medienberichten zufolge konnte das Konsortium den auch an Saab interessierten chinesischen Konzern Youngman ĂŒberbieten. Den Verkauf an NEVS bezeichnen die Konkursverwalter als ihre „wichtigste Maßnahme, um die verbliebenen Vermögenswerte von Saab Automobile zu kapitalisieren“. KĂŒnftig sollen bei Saab in TrollhĂ€ttan wieder Autos entwickelt und gebaut werden, allerdings will man sich dabei voll und ganz auf E-Autos konzentrieren.

Nicht mehr und nicht weniger als ein neues Automobilunternehmen soll in TrollhĂ€ttan entstehen. Das erste Modell, das Ende 2013/Anfang 2014 in Produktion gehen soll, wird auf dem aktuellen Saab 9-3 basieren, der mit japanischer Technologie auf Elektroantrieb getrimmt wird. Parallel ist ein völlig neues Modell geplant, bei dem ebenfalls auf Spitzentechnologie aus Japan zurĂŒckgegriffen wird. „Wir verbinden schwedische Erfinder- und Ingenieurskunst mit japanischer Spitzentechnologie“, sagte Kai Johan Jiang, GrĂŒnder und HaupteigentĂŒmer von National Modern Energy Holdings, MehrheitsaktionĂ€r der NEVS. Die Marketingstrategie wird zwar global ausgerichtet sein, aber zuerst will man sich auf den chinesischen Markt konzentrieren. Schließlich sieht man dort den grĂ¶ĂŸten Markt fĂŒr Elektroautos. Jiang: „Immer mehr Chinesen sind finanziell in der Lage, sich Autos leisten zu können, jedoch reichen die weltweiten ÖlvorrĂ€te nicht aus, um alle diese Fahrzeuge mit herkömmlichen Brennstoffen anzutreiben.“ Chinesische Kunden verlangten nach Premium-Elektrofahrzeugen. Mit dem Kauf von Saab Automobile in TrollhĂ€ttan, ist sich der Chinese sicher, sollte man diese Nachfrage stillen können.

NEVS hat ein klares Ziel: fĂŒhrender Hersteller von Elektrofahrzeugen zu werden. Entsprechend rĂŒhrig ist man bereits bei der Rekrutierung von Fachleuten und Entscheidern. Um sofort mit der Fahrzeugentwicklung beginnen zu können, mĂŒssen qualifizierte Ingenieure gefunden werden. Und das möglichst schnell.

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