Rinspeed Etos – die Vision vom autonomen Fahren

0

Rinspeed Etos – BMW i8 Umbau soll die Zukunft des Autofahrens zeigen

Eigentlich präsentiert der Autovisionär und Fahrzeugtüftler Frank M. Rinderknecht seine neuen Kreationen immer zuerst auf dem Genfer Auto Salon. Beim Hybrid-Sportwagen Rinspeed Etos wird nun alles anders. Nicht nur, dass Rinderknechts neuste und mittlerweile 22. Autovision auf der CES in Las Vegas (5.-8.1.2016) seine Weltpremiere feiert, sondern auch das Autofahren ansich will der Schweizer grundlegend ändern. Die Idee vom selbstfahrenden Auto ist vielleicht nicht ganz neu, nur verknüpft Rinspeed in seinem aktuellen Konzeptfahrzeug verfügbare Technik mit künftigem Design und seiner Interpretation an die künftigen Notwendigkeiten angepassten Ergnomie im Auto. Der Rinspeed Etos basiert auf einem BMW i8 mit serienmäßiger Plug-in-Hybridtechnik. Verpackt ist die Studie zwar und in Rinspeed-Manier recht futuristisch, dieses Mal jedoch nicht zu weit weg vom Original oder gar völlig abgespaced, wie frühere Entwürfe von Rinderknecht.

Autonomes Fahren bedeutet mehr Gestaltungsmöglichkeiten im Fahrzeuginnenraum

Weniger das Äußere und mehr das Innere des Rinnspeed Etos zeigen die Zukunft des Autofahrens. Darauf deutet vor allem der Innenraum des autonom fahrenden Autos. Erstmals kommt ein automatisch falt- und einziehbares Lenkrad zum Einsatz, welches binnen weniger Sekunden zum Cockpit gezogen wird und im Instrumententräger verschwindet. Der Fahrer überlässt das Fahren nun dem Autocomputer und kann den gewonnen Platz auf seinem Sitz ganz entspannt für andere Tätigkeiten nutzen, wie der Arbeit am Laptop oder zum Lesen eines Buchs. Rinspeed Etos Lenkrad (Foto: Rinspeed)Allerdings bietet auch der Etos genug Möglichkeiten die Fahrt nicht langweilig werden zu lassen. So sind zwei gecurvte 21,5-Zoll Ultra-HD-Breitbild-Monitore im Frontbereich verbaut, welche sich individuell in Richtung der Mitfahrer verschieben lassen. Das Bordprogramm und weitere Funktionen können zum einen über die Displays per Touch gesteuert werden, zum anderen aber auch per Spracheingabe, Gestensteuerung und vorhandene Controller. Die hauptsächliche Fahrzeugsteuerrung soll der Etos jedoch nahezu selbstständig erledigen. Dafür plant Rinspeed eine nahtlose Verknüpfung von Auto und Verkehrsinfrastruktur wie Ampeln, Verkehrsbeeinflussungsanlagen und anderen Fahrzeugen. Insbesondere eine direkte und schnelle Kommunikation mit den Einsatzfahrzeugen von Feuerwehr und Polizei dürfte die Rettungsfahrten sicherer und deutlich störungsfreier machen. Weiterhin könnten eingehende Signale von Gefahrenstellen und anderen vernetzten Fahrzeugen auf der Route die Sicherheit und den Verkehrsfluss positiv beeinflussen.Rinspeed Etos Cockpit (Foto: Rinspeed)

integrierte Kameras liefern Livebilder und das Navi zeigt detailgetreues Abbild der Route

Die Bildschirme im Rinspeed Etos sind auch die Schnittstelle zur Aussenwelt. Acht am Etos verbaute HD-Außenkameras liefern dafür hochauflösende Bilder vom Fahrzeugumfeld, auch aus ungewohnten Blickwinkeln, wie zum Beispiel den direkten Blick auf die Vorderräder beim Einparken. Ebenfalls völlig neue Perspektiven der Umgebung liefert die zukunftsweisende Fahrzeugnavigation. So werden sämtliche Gebäude, Bushaltestellen, U-Bahn-Stationen, sogar Bäume und weitere markante Wegpunkte entlang der Route realtiätsgetreu in 3D auf den Monitoren dargestellt. Quasi ein digitales Abbild der befahrenen Umgebung. An dieser Stelle fragt man sich jedoch, warum für die Passagiere eines autonom fahrenden Autos der reale Blick aus dem Fenster hier nicht durchaus interessanter wäre als eine leblose Simulation der abgefahrenen Strecke? Des weiteren dürfte eine Streckendarstellung ohnehin überflüssig sein, wenn doch das Fahrzeug selbstständig zum definierten Zielort fahren soll. Oder? Okay, haken wir es als visuelles Gimmick ab.Rinspeed Etos Drohne (Foto: Rinspeed)

absoluter Ăśberblick durch Videodrohne

Apropos Gimmick, ein solches ist natürlich an Bord. Dabei folgt Frank Rinderknecht allerdings ganz einfach einem aktuellen Trend und verbaut kurzerhand auf dem Heck des Rinspeed Etos einen Drohnenlandeplatz nebst dazugehörigem Fluggerät. Der ebenfalls mit einer Kamera ausgestattete Flieger fungiert während der Fahrt quasi als verlängerter Arm des Fahrers, oder besser gesagt als vorausfliegendes Auge. Die komplett ins System integrierte Drohne kann so beispielsweise den zu erwartenden Verkehr mit Livebildern ins Cockpit melden. Ebenfalls sind einfache Aufnahmen der eigenen Fahrt im Parallelflug oder Liveberichte von der Stauursache möglich.

Rinspeed Etos Drohnenlandeplatz (Foto: Rinspeed)Unterm Strich gibt Autovisonär Rinderknecht mal wieder einen fantasievollen, dieses Mal jedoch durchaus vorstellbaren Ausblick auf das Autofahren der Zukunft. Dass beim Rinspeed Etos ein BMW i8 Umbau die Basis bildet, zeigt jedoch auch, dass der bayerische Hybrid-Sportwagen die Visionen eines Autos der Zukunft heute schon etwas erfüllt.

 

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT