Miese Masche: „Gebrauchtwagen-Verkauf im Kundenauftrag“

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Aktuell lockt auf dem Gebrauchtwagenmarkt so manches Schnäppchen zum spontanen Fahrzeugwechsel. Die Fülle an Gebrauchtwagenhändlern entlang der bekannten Automeilen lädt Suchende zum stöbern ein. Doch Vorsicht! Leider gibt es unter den Fähnchenhändlern einige schwarze Schafe. Ist der Autokauf also bei solch einem Händler geplant, gilt es aufzupassen, nicht auf einen der fiesen Tricks hereinzufallen. Die Zeitschrift „AUTOStraßenverkehr“ schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe, dass unseriöse Händler vor allem die gesetzliche Gewährleistung zu umgehen versuchen. Doch gerade die ist für viele Kunden der Hauptgrund, nicht von privat zu kaufen, sondern beim gewerblichen Händler.

Bei der Masche wird dem Käufer erst kurz vor Vertragsabschluss mitgeteilt, das Auto sei im Kundenauftrag zu verkaufen, was gesetzlich nicht verboten ist. Allerdings sollte man hier hellhörig werden. Denn der Händler ist dann gewissermaßen nur noch in der Rolle eines Vermittlers. Verbraucher, die sich auf einen solchen Deal einlassen, verlieren bei Vertragsunterschrift jedoch die rechtlichen Ansprüche auf Gewährleistung des Händlers.

Weiterhin gibt das Magazin zu bedenken, dass der Passus „Gekauft wie gesehen“ im Kaufvertrag nur bei Privatkäufen, aber nicht bei Händlern gilt. Ein solcher Haftungsausschluss ist für ein Autohaus nicht zulässig. Dies gilt auch für Ausführungen wie „Fahrzeug wird unter Ausschluss der Gewährleistung verkauft“. Vorsicht sei zudem geboten, wenn das Auto im Vertrag als „Bastlerauto“ oder „Schrottauto“ bezeichnet wird, obwohl es in einem guten sowie fahrfähigen Zustand ist. Auch hier wird seitens des Händlers versucht, der Gewährleistung zu entgehen.

Ein nicht neues, aber immer noch aktuelles Thema sind Tachomanipulationen. Tipp: Wer den Angaben des Verkäufers nicht traut, kann in einer Werkstatt den Fehlerspeicher auslesen lassen. Die Steuergeräte erfassen bei Einträgen sehr oft auch den Kilometerstand. Ein stark abgegriffenes Lenkrad und profillose Pedalauflageflächen bei 86.000 Kilometern auf dem Tacho sollten allerdings sofort Alarm auslösen – dann lieber die Finger vom Objekt der Begierde lassen und bei einem anderen Händler weitersuchen.

2 KOMMENTARE

  1. Liebe Autokäufer oder die, die es werden wollen,

    ich war am Samstag, den 08.02.2014 beim KFZ-Handel in Mülheim an der Ruhr. Im Vorfeld wollte ich alles so genau wie möglich abgeklärt haben, da ich eine Fahrt von 450 KM vor mir hatte. Ich habe den sehr unfreundlichen Leiter dieses „KFZ-Handels“ kontaktiert und die üblichen Fragen gestellt, welche in der folgenden Bewertung von großer Bedeutung sind:

    Frage Antwort
    unfallfrei? ja
    Import? nein
    Navi? ja
    Lackierarbeiten? nein
    Scheckheft? ja
    Werkstattrechnungen? ja
    irgendwelche Mängel? nein

    So nach der Abarbeitung meiner Fragenliste war ich erst mal zufrieden und habe mich auf die Fahrt und den bevorstehenden AUtokauf gefreut. Als wir dann auf dem LAgerplatz von Herr M. (von der Redaktion geändert) angekommen sind, stellten wir für uns fest, dass es sich hier um ein seriöses Autohaus handeln muss, da nur Autos der Mittel-/ und Oberklasse zum Verkauf standen. Dieser Eindruck wurde schnell widerlegt als uns ein „Hilfsarbeiter“ begrüßte und darauf verwies, dass Herr M. (von der Redaktion geändert) in 20 Minuten eintreffen werde. Hilfsarbeiter in Hochkommata, da es sich in Wirklichkeit um den Partner von Herrn M. handelt. Dieser weiß natürlich nichts über die Fahrzeuge und verneinte stammelnd, dass er der Partner von Herr Maas sei, selbst nachdem ich ihn mit seinem Namen angesprochen habe. „Naja“, dachte ich mir. Ich bat den „Hilfsarbeiter“ mir den Wagen zu zeigen. ERSTE Überraschung: Das Fahrzeug springt nicht an und muss fremd gestartet werden. „Akku ist schwach, ist der einzige Mangel dieses Autos. Tauschen wir sofort aus!“. Soweit so gut…
    Als wir dann im Fahrzeug saßen, öffnete meine Frau das Handschuhfach, um die Anleitung zu lesen… ZWEITE Überraschung: US-Import
    Ich ging daraufhin in das Büro des Hilfsarbeiters und fragte danach: „Jaja ist US-Import, aber ist kein Problem“. Ich dachte mir wieder okay und ging zurück in das Auto und wollte das Navi testen… DRITTE Überraschung: Kein Navi
    Jetzt kam mir das ganze schon litauisch, ähm spanisch vor. Ich sah auf dem Autohof ein Päärchen und fragte den Mann, ob er sich mit Autos auskenne. Kurze und präzise Antwort: „JA!“
    Daraufhin untersuchten wir das Spaltmaß und mussten feststellen, dass es auf beiden Seiten völlig unterschiedlích ist. Wir erinnern uns, dass die Frage unfallfrei bejaht wurde. Daraufhin habe ich entschieden, den Wagen bei DEKRA checken zu lassen. Ergebnis: Unfallschaden, Vorderachse neu, Ölwanne eingedrückt und verrostet, Löcher in der Verkleidung etc.
    Ich wurde daraufhin nur noch blöd angemacht von Seiten des Verkäufers und der Kaufvertrag sollte übrigens im Auftrag einer litauischen Firma sein. Einen deutschen Kaufvertrag kann er nicht ausstellen…
    Daheim angekommen, haben wir im Internet recherchiert und Gott sei Dank haben wir das Auto nicht gekauft. Seht einfach mal selbst im Internet nach!

  2. Lieber Herr Müller,

    vielen Dank für die Schilderung Ihrer Erfahrung. Leider hat die Branche nach wie vor mit schwarzen Schafen zu kämpfen. Daher helfen Ihre Infos auch anderen Lesern sicherlich weiter und geben Tipps und Anregung beim Gebrauchtwagenkauf Mängel zu hinterfragen und wirklich zwei Mal hinzusehen. Gut, dass Sie vom besagten Angebot Abstand genommen haben und sich somit eine Menge Ärger und womöglich viele Folgekosten erspart haben.

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