Mazda MX-5 Test – die Frischluftspassmaschine

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Es ist nicht leicht, eine Ikone zu schaffen. Noch schwerer ist es, sie auch nach über einem Vierteljahrhundert am Leben zu halten. Seit vergangenem Jahr gibt es die vierte Generation des MX-5 – mit der sich Mazda vom rundlichen Design der drei Vorgänger trennte. Und nicht nur das. Das Auto ist noch kürzer und noch leichter geworden, und der Fahrer sitzt noch näher am Asphalt. Mit anderen Worten: Der mittlerweile legendäre Roadster ist noch faszinierender geworden – und bleibt auch beim Preis weiterhin sehr bodenständig.Mazda MX-5 Fahrbericht (Foto: ampnet)

Startposition beim Mazda MX-5 Test – erstmal alles und in Ruhe ansehen!

Mit dem aktuellen Design hat Mazda den MX-5 äußerlich in die Neuzeit befördert. Schärfere Karosseriekanten und schmale Scheinwerfer bedeuten eine Abkehr von der bisherigen und stark klassisch geprägten Linie. Rund sind eigentlich nur noch die Rückleuchten, die Mazda so weit wie es gerade noch gesetzlich zulässig ist, nach innen gerückt hat. Der Fahrer darf sich beim Blick nach vorne nun über die nach innen vertiefte Motorhaube mit den höher stehenden Kotflügeln freuen. Die Sitzposition fällt spürbar nochmals ein Stückchen tiefer aus, und der Innenraum fühlt sich nochmals einen Hauch enger an. Die Höhenverstellung des Lenkrads hätte sich Mazda da durchaus schenken können. Mazda MX-5 Sitze (Foto: ampnet)

Das (wohl) Wichtigste vom Mazda MX-5 Test – Bringt der Roadster Fahrspass?

Schon nach dem ersten Druck auf den Startknopf wird klar: Nachgelegt hat Mazda auch beim akustischen Auftritt des kleinen und nach wie vor turbolosen Zweisitzers. Der Sound ist schlicht betörend und entschwindet jenseits von 5.000 Touren in noch sportlichere Regionen. Nichts geändert hat sich daran, dass nach wie vor der kleinere der beiden Motoren als Quell der Freude völlig ausreicht. Zumal diese noch noch leicht gesteigert wurde: Ein paar Kilo weniger Fahrzeuggewicht treffen beim 1,5-Liter-Aggregat (vorher 1,8 Liter) auf fünf PS mehr. Verblüffend ist bei aller Drehfreude des kleinen Triebwerks – der rote Bereich setzt erst bei 7.500 Umdrehungen in der Minute ein – seine extreme Elastizität. Die Schaltempfehlungsanzeige gibt bereits bei Tempo 40 grünes Licht für den fünften und ab 50 km/h für den sechsten und letzten Gang. Und so bedarf es keiner großen Anstrengungen, den MX-5 beim Verbrauch mit einer Sechs vor dem Komma zu bewegen, ohne dass der Fahrspaß dabei zu kurz käme. Mazda MX-5 MotorDie Schaltung ist gewohnt knackig und kurz ausgelegt, und das ESP des Hecktrieblers mit dem weit nach hinten gerückten Frontmotor erfreut durch seine etwas tolerantere und damit sportlichere Auslegung. Die direkte Lenkung besticht durch ihre so gut wie nicht vorhandene Rückstellneigung. Der MX-5 federt zudem überraschend komfortabel oder zumindest ohne übertriebene Härte. Mazda MX-5 Heck (Foto: Mazda)

Spezialdisziplin beim Mazda MX-5 Test – das (von uns meist versteckte) Verdeck.

Das knappe Stoffdach wird nach dem Entriegeln des Hakens am Windschutzscheibenrahmen einfach mit einer Hand nach hinten geworfen und kurz heruntergedrĂĽckt – fertig. Dabei fahren die Seitenfenster automatisch ein StĂĽck nach unten, danach allerdings nicht wieder automatisch nach oben. Verbessert hat Mazda den SchlieĂźmechanismus. Die Arretierung ist längst nicht mehr so stramm und Kraft raubend ausgelegt wie beim Vorgängermodell. In geschlossenem Zustand fordert der Wind ab etwa 120, 130 km/h leichten akustischen Tribut, aber fĂĽr lange Autobahnraserei ist der MX-5 trotz seiner ĂĽber 200 km/h Höchstgeschwindigkeit ohnehin nicht gedacht.Mazda MX-5 VerdeckverschlussLetzter Teil vom Mazda MX-5 Test – der Innenraumcheck. Den eher puristischen Eindruck des Roadsters stört der hoch auf dem Armaturenbrett aufragende Sieben-Zoll-Touchscreen-Bildchirm, der als Tribut an die Zeit gelten muss und auch via DrehdrĂĽcksteller und Sprachsteuerung bedient werden kann. So verfĂĽgt der Mazda nun auch ĂĽber einen passiven Spurhalteassistenten. Das Cockpit dominiert der im wahrsten Sinne des Wortes in den Mittelpunkt gerĂĽckte Drehzahlmesser als das größte der drei Rundinstrumente (rechts Tacho, links Bordcomputer). Angesichts des Preises mĂĽssen hier und da kleine Abstriche in Sachen Materialanmutung gemacht werden, wirklich lieblos sind aber nur die Sonnenblenden aus hartem Plastik.Mazda MX-5 Cockpit (Foto: ampnet)Mazda MX-5 Test, unser Fazit: Mazda hat unter Beibehaltung aller bisherigen Tugenden den MX-5 in so gut wie allen Bereichen nochmals nachgeschärft. Es gibt nicht viele Autos, die fĂĽr so wenig Geld so viel FahrspaĂź vermitteln. Mazda MX-5 Test (Foto: Mazda)

(Testredakteur: Jens Riedel/ampnet)

Technische Daten Mazda MX-5 Skyactiv-G 131

Länge x Breite x Höhe (m): 3,92 x 1,74 x 1,23
Radstand (m): 2,31
Motor: R4-Benziner, 1.496 ccm, Direkteinspritzung
Leistung: 96 kW / 131 PS bei 7.000 U/min
Max. Drehmoment: 150 Nm bei 4.800 U/min
KraftĂĽbertragung: Sechs-Gang-Schaltgetriebe
Höchstgeschwindigkeit: 204 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 8,3 Sek.
Verbrauch (Durchschnitt nach EU-Norm): 6,0 Liter
Effizienzklasse: E
CO2-Emissionen: 139 g/km (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: 975 kg (o. Fahrer) / 240 kg
Kofferraumvolumen: 130 Liter
Wendekreis: 10,4 m
Bereifung: 195/50 R16 (v.) / 205/45 R17 (h.)
Basispreis: 22.990 Euro

1 KOMMENTAR

  1. Da muss ich auch zugeben, wenn ich mein MX-5 mit den Neunen MX-5 vergleiche, alles wurde leicht verbessert, aber bei Design hat sich, da nicht wirklich viel verändert Ich habe ehrlich gehofft, dass das Stoffdach gegen ein Alu ausgetauscht wird. Positiv ist auf jeden Fall der Preis und wirklich große Beibehaltung des Stils.

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