Marderschaden am Auto? Drei wirkungsvolle Mittel zur Marderabwehr!

0
marderschaden

Carport- und Laternenparker kennen das: gestern frisch gewaschen, ist das Auto am nächsten Morgen mit Tapsen auf Motorhaube und Dach übersäht, die Antenne angefressen und meist auch noch mit Tierkot beschmiert. Das sind allerdings nur die äußeren Anzeichen eines möglichen größeren Schadens. Denn der Verursacher von Tapsen und Häufchen auf dem Dach ist der gemeine Marder.

Marderschaden von Juni bis August

Das Problem mit dem Marder tritt vor allem im Zeitraum von Juni bis August auf, denn dann paaren sich die Nager, und die Männchen verteidigen besonders heftig ihr Revier. Dazu gehören eben auch die Autos auf der Straße und Marder nutzen zu gern den engen Raum unter der Motorhaube als kuschlige Wohnhöhle oder Vorratskammer. Wird ein Pkw oft an unterschiedlichen Orten geparkt, findet sich häufig auch auf dem neuen Parkplatz ein Marder, der es sich unter dieser Motorhaube bequem macht. Doch der Geruch des Rivalen (aus dem alten Revier) bringt den neuen Bewohner in Rage, dann sind Beißattacken vorprogrammiert – immerhin 230.000 Mal beißen Marder nach Angaben des GDV pro Jahr zu.

Teilkasko bei Marderschaden

Einziger Trost: Schäden, die Marder oder auch andere Tiere unter der Motorhaube anrichten, sind meist in der Teilkasko mitversichert. Allerdings bieten nicht alle Versicherungen diesen Schutz gegen „Marderschaden“. Wer es also genau wissen will, sollte bei seinem Versicherer nachfragen oder einen Blick in seine Bedingungen werfen.

Marderspray

Doch wie sorgt man dem nervigen Marderschaden vor? Aus eigener Erfahrung kann ich berichten: es gibt viel unnĂĽtzes und wirkungsloses Zubehör zur Marderabwehr zu kaufen. Test mit sogenannten Mardersprays verliefen völlig ernĂĽchternd, ebenso sind die zahlreich angeboten Marderverschrecker, welche Tonsignale aussenden, „fast alle“ unbrauchbar. Ja, fast…

Als wirklich leidgeplagtes Marderopfer habe ich sehr viel recherchiert, viel Zubehör gekauft, jeden Hausmitteltrick ausprobiert und hatte vor lauter Verzweiflung schon an einen Verkauf meines Autos gedacht. Doch ich habe nicht aufgegeben und nach gut 10 Jahren der Suche scheinbar funktionierende Mittel und Geräte zur Marderabwehr gefunden.

BMW Z3 Coupé - das Marderopfer

Hintergrund: Mein als Jahreswagen gekauftes Auto parkte im ersten Jahr vorwiegend unter dem Carport auf dem Land. Daneben auch ab und zu Mal vor der Wohnung meiner damaligen Freundin oder bei Freunden in völlig verschiedenen Regionen Deutschlands. Mein Hausmarder leistete ganze Arbeit und „schiĂź“ mein Auto jeden Tag voll, die Rivalen an den anderen Parkorten drehten immer richtig auf, wenn mein Auto in ihren Revieren stand. Kärcher, Waschsstrasse und Politur beseitigten zwar Dreck und Kratzer, aber offensichtlich niemals alle gesetzten Duftmarken – die sich ja summierten. Ăśber die Jahre wechselte ich auch einige Male den Wohnort, und kurz darauf dann auch immer die Antenne. Der Marder an der neuen Wohnung hat als erstes die Antenne zerfressen, seine Häufchen auf dem Dach platziert und dann im Motorraum gewĂĽtet. Nachdem ich zum zweiten Mal!!! sämtliche KĂĽhlerschläuche auswechseln durfte habe ich dem Marder endgĂĽltig den Kampf angesagt. Ich brauchte eine verlässliche Lösung fĂĽr Zuhause! Zwar stand mein Schätzchen nachts endlich in einer Garage, dafĂĽr war aber nun das Alltagsauto dran, welches davor parken musste.

BMW Z3 Motorraum - Not OP nach Marderschaden (Foto: M. Kirchner)

Sämtliche Tests mit billigen Piepern und Marderschreck-Geräten halfen nichts. Die Lösung mit Maschendraht-Gestell unter’m Auto sorgte zwar dafĂĽr, dass der Marder nicht mehr in den Motorraum stieg, half aber nicht gegen zerfressene Antennen und MarderscheiĂźe auf dem Dach. Zudem war mir das Handling mit der Drahtkonstruktion zu aufwändig.

Marderspray

Dann die erste Entdeckung: ein stationärer Mardervertreiber mit Ultraschall und Blitzlicht. Vor der Grarage montiert, und mittels Schaltuhr auf die Nachtstunden programmiert, testete ich das Gerät erstmal zwei Wochen. Mit vollem Erfolg. Keine Spuren mehr quer ĂĽbers Auto, kein Kot auf dem Dach und die neue Antenne wurde ab da auch verschont. Bingo! Mein Mardervertreiber ist nun so ausgerichtet, dass er den gesamten Bereich vor der Garage abdeckt. Die vorgeschaltete Zeitschaltuhr aktiviert das Gerät bei Einbruch der Dämmerung. Der interne Bewegungssensor löst bei Aktivität vor der Garage das Blitzlicht aus. Dieses blitzt nun ca. 10 Mal. Zusätzlich wird ein hochfrequenter Piepton ausgesendet, diesen kann man in seiner Intensität am Gerät regulieren, auf max. ist er deutlich hörbar, ich habe es bei ca. 65% eingestellt. Ăśbrigens: auch Freunden habe ich dieses Gerät erfolgreich empfehlen können. Nur die Tochter stört’s, denn unbemerkt kann sie sich abends nicht mehr ins Haus schleichen.

Mardervertreiber (Foto: Weidezaun.info)

Marderalarm

Doch was nun tun wenn ich unterwegs bin? Den Ă„rger und Aufwand mit zerbissenen KĂĽhlerschläuchen wollte ich definitiv nie wieder haben. Es folgte Treffer Nummer zwei: der Marderalarm zum AnschluĂź an die Fahrzeugelektrik. (Und ja, es ist genau dieser Marderlarm hier, und nein, ich werde nicht vom Hersteller bezahlt.) Die Installation war recht einfach, zusätzlich habe ich noch einen Schalter eingebaut zum Deaktivieren, denn wenn einmal im Motorraum gearbeitet werden muss, dann kann das hochfrequente Pfeiffen sehr störend sein, mir wurde davon sogar schwindelig. Von Aussen ist dieser Ton nicht wahrnehmbar, so wie es bei den billigen Marderpiepsern oft der Fall ist. Einen Hinweis muss ich zum genannten Marderalarm jedoch geben. Ich habe zwei Geräte gekauft und verbaut, ein Gerät zeigte nach einem Jahr keine Funktion mehr, wurde vom Hersteller aber problemlos und unkompliziert ausgetauscht. Das zweite Gerät erlitt einen Wasserschaden bei Starkregen, hier war die Einbaulage nicht optimal und sicher genug gegen Spritzwasser. Dennoch – beide Geräte „fiepen“ munter vor sich hin und seitdem waren keine Marderspuren mehr im Motorraum auszumachen.

Marderalarm (Foto: Marderalarm.de)

 

Ballistol Universalöl gegen Marder (Foto: Ballistol)Tipp Nummer Drei, eine Art Hausmittel und quasi als Zusatzabsicherung: Ballistol Universalöl. Während der Fahrzeugpflege verreibe ich das „gut riechende“ Ă–l auf Schläuchen und Plastikteilen im Motorraum. Zum einen reinigt und pflegt es die Bauteile und zum anderen mögen Marder den charakteristischen Ballistol-Geruch anscheinend nicht. Die kleine Sprayflasche habe ich nun immer im Handschuhfach. Und um ganz auf Nummer sicher zu gehen, wenn ich mal wieder bei Freunden auf dem Land ĂĽbernachte, dann besprĂĽhe ich zur Marderabwehr den Boden um mein Auto herum mit Ballistol. Keine Sorge, laut Hersteller ist das Ă–l ungiftig, biologisch abbaubar, nicht wassergefährdend und unbedenklich im Sinne des Lebensmittelgesetzes. Auch wenn man mich dafĂĽr oftmals belächelt, am nächsten Morgen stehe ich dann lächelnd vor meinem sauberen Auto – ohne Marderschaden, ohne Bissspuren an der Antenne und ohne Marderkacke auf dem Dach.

Achso: was auf jeden Fall gegen Marder auf dem GrundstĂĽck hilft – ein Hund!

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT