Jetzt wird‘s bunt! Kommentar: Neue Umweltplakette in Blau?

0

MĂŒssen auch Autos mit grĂŒner Plakette bald draußen bleiben? Foto: news2do.comIm September ist Bundestagswahl. „Na und?“, fragt der Ketzer und argumentiert: „Wenn Wahlen etwas Ă€ndern könnten, wĂ€ren sie lĂ€ngst verboten!“ TatsĂ€chlich, so sagt die Erfahrung, lösen sich nach dem Wahlgang Erwartungen der BĂŒrger und Versprechungen der Politiker gewissermaßen um die Wette in Luft auf. Schon bald stehen die neuen Volksvertreter auch klingelnd vor unserer TĂŒr, um die Hand aufzuhalten.

Autofahrern mit dem Verweis auf angeblich dringlichen Umwelt- oder Klimaschutz weiter Geld abzuknöpfen, geht beispielsweise so: Nachdem sich mittlerweile etwa 70 grĂ¶ĂŸere und kleinere deutsche StĂ€dte per Umweltzone ein grĂŒnes Alibi verschafft haben und die GrĂŒnen Plaketten mit der fetten schwarzen 4 an den Autofrontscheiben lĂ€ngst Standard sind, wird nun einfach zu einer neuen Farbe gewechselt, einer Plakette in Blau. FĂŒr Fahrzeuge, die die Euro 6 erfĂŒllen.

Dahinter jedoch steckt mehr. Die EinfĂŒhrung einer blauen Plakette soll – Zitat – „den Kommunen ermöglichen, ihre Umweltzonen auch ĂŒber die grĂŒne Plakettenreglung hinaus zu verschĂ€rfen“. DarĂŒber sind sich jedenfalls BUND, NABU, DUH und VCD einig, die sich gern als umweltpolitische TugendwĂ€chter aufspielen und dabei vor allem das Auto im Visier haben. Ihr DrĂ€ngen zur „VerschĂ€rfung der Umweltzonen“, da kann man sicher sein, wird RĂŒckenwind von EU-Umweltkommissar Janez Poto?nik bekommen, der ja 2013 zum europĂ€ischen „Jahr der Luft“ erklĂ€rt hat.

Klammheimlich eingelÀutet worden ist dieses so bedeutsame Jahr wohl schon 2012. Dem Vernehmen nach mit einem Rauchverbot an einzelnen Abschnitten des Ostseestrandes! Vermutlich zum Wohle der stets fresslustigen Möwen, die sich in ihrer Gier auch um ins Wasser geschnippste Zigarettenkippen balgen.

Weil aber auch das Wasser an sich kostbar ist, will die EU-Kommission durchsetzen, dass nur noch Duschköpfe, ToilettenspĂŒlkĂ€sten und WasserhĂ€hne mit geringem Wasserdurchlauf Verwendung finden. Rund 400 Euro pro Wohnungseinheit werde das kosten, hat man bereits ausgerechnet. Dabei ist den deutschen Haushalten gerade erst Lob dafĂŒr gezollt worden, dass sie immer weniger Wasser verbrauchen. Als die Gelackmeierten sehen sich allerdings die KlĂ€rwerker. Sie geben zu bedenken, dass die verbleibenden Rinnsale in den AbwasserkanĂ€len dazu zwingen, die verödenden Sammelleitungen regelmĂ€ĂŸig mit wertvollem Frischwasser zu spĂŒlen 


Manchmal geht ein Schuss eben nach hinten los. Der Schreck sollte die einfallsreiche EU-Kommission aber nicht davon abhalten, vielleicht in einem zweiten Wasser-Regulierungsschritt zu verordnen, den Durchmesser der FeuerwehrschlÀuche zu minimieren. (Wolfram Riedel)

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT