Gemballa Avalanche GTR 800 EVO-R – 400 PS pro Sitzplatz

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Cornelia Fulk

Die Lawine rollt wieder und diesmal macht sie alles platt, was sich ihr in den Weg stellt. Unter dem Namen Gemballa Avalanche GTR 800 EVO-R präsentiert sich ein Porsche 911 Turbo und stößt in ungeahnte Leistungsdimensionen vor

Der Porsche 911 Turbo ist von Haus aus schon ein Supersportwagen, doch der Tuner Gemballa setzt mit dem Avalanche GTR 800 EVO noch einiges oben drauf. 800 statt 480 PS, 950 statt 620 Newtonmeter und Fahrleistungen, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Der Veredler aus Leonberg platziert die Messlatte mit der automobilen Lawine (so die deutsche Ăśbersetzung fĂĽr „Avalanche“) auf Weltrekordniveau. Um 320 Extra-PS und ein Drehmomentplus von 330 Newtonmetern zu generieren, bleibt am 3,8-Liter-Biturbo-Boxer kaum ein Bauteil unangetastet. Kolben und Pleuel wurden verstärkt, die beiden Turbinen blasen nun konstant mit 1,6 bar Ladedruck, neue Ladeluft- und GetriebekĂĽhler halten die Temperaturen im optimalen Bereich. Eine Vierrohr-Abgasanlage sorgt fĂĽr freie Atemwege, das neue Steuergerät stimmt alle Komponenten aufeinander ab. Den Kraftschluss zwischen Motor und Getriebe stellt eine Zweischeiben-Rennsportkupplung her. Hinzu kommt eine Schaltweg-VerkĂĽrzung, die ihren Teil zu den hervorragenden Sprintwerten des Avalanche GTR 800 EVO-R beiträgt. In nur 3,3 Sekunden beschleunigt der Gemballa-Porsche von 0 auf 100 km/h – sechs Zehntel schneller als der Serien-Turbo. Die Topspeed gibt der Tuner mit mehr als 330 km/h an – das Original schafft „nur“ 310.

Fahrwerk, Räder, Bremsen – alles neu
Damit die starken 800 PS auch sicher zum Stehen kommen wurde der Avalanche GTR 800 EVO-R mit einem Rennsport-Bremssystem, das vorne mit 405er- und hinten mit 380er Keramik-Scheiben arbeitet, ausgestattet. Damit die Anlage genug Platz hat, stellt Gemballa die automobile Lawine auf vier mächtige 20-Zoll-Räder namens „Black Magic“. Zudem wurde das Fahrwerk komplett ĂĽberholt. Achsen Radaufhängungen, Dämpfer und Federn sowie Stabilisatoren werden von den Schwaben an die enorme Power des StraĂźenrenners angepasst.


Beim Layout sind die Gene des Porsche 911 Turbo zwar noch zu erkennen, doch Gemballa hat sich sichtlich Mühe gegeben, die Formensprache nochmals zu emotionalisieren. Der Bolide trägt Front- und Heckschürze im Avalanche- Design, dazu sorgen Seitenschweller und über das ganze Auto verteilte Luftöffnungen für Aufsehen. Durch eine neue Fronthaube, eine Spoilerlippe und Scheinwerfer im Carrera GT-Stil hebt sich das Leonberger Kraftwerk frontseitig von den Serienbrüdern ab. Der imposante Zweistufen-Heckflügel erfüllt gleich zwei Funktionen: Einerseits versorgt er das hoch gezüchtete Turbotriebwerk dank zweier Lufteinlässe mit dringend benötigtem Sauerstoff, zum anderen presst er die Hinterachse mit Nachdruck auf den Asphalt. Verschiedene Carbon-Accessoires runden das aufregende Designkonzept ab.

Auch im Innenraum des Avalanche GTR 800 EVO-R findet man den edlen Werkstoff in Form zweier Einstiegsleisten und zahlreicher Cockpit-Applikationen wieder. Edle Sportsitze, Aluminium-Pedale, ein 340 Millimeter-Sportlenkrad und neue Instrumente hinterlassen im Turbo-Interieur die Gemballas Handschrift. Zudem bietet das Interieur eine stilvolle Leder/Alcantara-Komplettausstattung. Im neuen Avalanche GTR 800 EVO-R finden zwei Insassen Platz, die hinteren Notsitze hat Gemballa wegrationalisiert und den Fond im Avalanche-Stil umgestaltet. Als GTR 800 EVO-R präsentiert sich der 911 Turbo also grundsaniert – kaum ein Teil blieb unangetastet. Allerdings hat so viel Detailarbeit auch ihren Preis. Wer sich den Gemballa Avalanche GTR 800 EVO-R leisten möchte, muss tief in die Tasche greifen, denn allein der Umbau schlägt mit 336.865 Euro zu Buche.

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