Gebühren-Kuriosum – wer die HU verpennt wird abgezockt!

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Neusten Meldungen zufolge soll beim zu späten Vorführen eines Fahrzeugs zur Hauptuntersuchung (HU) ein Aufschlag erhoben werden. Das hat der Bundesrat in einer Reform der technischen Überprüfung für Kraftfahrzeuge beschlossen, die zum 1. Juli in Kraft treten soll. Eine versäumte Pflichtprüfung soll künftig mehr kosten, soll „angeblich“ aber auch effizienter werden.

Wer sein Fahrzeug künftig später als zwei Monate nach dem vorgegebenen Termin zur HU vorführt soll mit einem Gebührenaufschlag von 20 Prozent bestraft werden. Grund für die Verteuerung: wird der Prüftermin überschritten, sei eine „vertiefte Untersuchung“ fällig. Dafür gilt die neue Plakette zwei Jahre ab dem Tag der HU. Bisher wurde immer auf den eigentlichen Termin zurückdatiert. Der ADAC moniert die neue Regelung zurecht: „bisherige Bußgelder reichten als Sanktionen aus. Für einen erweiterten Prüfumfang gebe es keine technische Begründung. Die Regelung komme einem reinen Abkassieren gleich.“

Bundesverkehrsministerium und Bundesumweltministerium reden die neue Gebühren-Abzocke schön: „der Autofahrer wird nicht höher belastet. Die Vergabe der Plakette mit der vollen Frist von zwei Jahren bis zum nächsten Untersuchungstermin, kompensiere den 20 prozentigen Aufschlag. Zudem würden unterschiedliche Praktiken in den Ländern nun bundesweit vereinheitlicht.“

Der technische Hintergrund ist äußerst fraglich. Denn, wird ein Auto anstatt Anfang Juli erst Mitte Oktober zur HU vorgefahren, muss dieses laut Gesetz dann  genauer inspiziert werden. Fahrzeuge, die pünktlich im Juli bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS vorfahren kommen nicht in den Genuss dieser gründlichen Begutachtung. Was macht die fristgerecht-Inspizierten technisch sicherer als die Nachzügler? Ist die „vertiefte“ HU nicht die bessere Wahl, wenn’s um die Sicherheit im Straßenverkehr geht? Oder anders gefragt: Sind die pünktlich, 20 Prozent günstiger und weniger genau, ja fast schon halbherzig geprüften Fahrzeuge nicht sogar ein Sicherheitsrisiko auf unseren Straßen?

Der Bundesrat hätte lieber die generelle „vertiefte Prüfung für alle“ beschließen sollen, denn nur so bekäme jeder Bürger die volle Aufmerksamkeit bei der technischen Prüfung seines Fahrzeugs und nicht nur einige Nachzügler…

1 KOMMENTAR

  1. Natürlich ist es eine Abzocke.Deswegen sollte man sich unbedingt die Befürworter mit Ihrer Parteilobby merken.Und das bei allen Entscheidungen die uns persönlich die Geldbörse plündern.Bei der nächsten Wahl muß das ein Kriterium werden!!Nur so können wir unsere Politiker wieder zur Vernunft bringen.Die haben die Bodenhaftung verloren.Mit 800 Euro einen Monat leben..und ständig eine neue Abzocke….irgendwann bringen die alle in Hartz4.

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