Frauenpower trifft auf Japanpower – Die Honda CBR600F im Alltagstest

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Die Honda CBR600F ist schon seit vielen Jahren ein Begriff für jeden Biker. Besonders bekannt für Alltagstauglichkeit, Sportlichkeit und Komfort. Die Automotive Lounge hat das Motorrad einem ganz besonderen Fahrtest unterzogen: Dem Anti Aging Program. Entgegen dem Trend, dass Motorradfahrer immer älter werden, haben wir eine neue Geheimwaffe an den Start gebracht: Lucy Hertel,  20 Jahre jung und Bikerin aus Leidenschaft. Die 2011er Version der CBR600F wurde im letzten Jahr einem echten Härtetest unterzogen und auf Frauentauglichkeit getestet.


Voller Erwartung und Vorfreude fuhr Lucy im Oktober zum Honda-Fuhrpark nach Offenbach freute sich auf ihr erstes Testprojekt. Bei Honda angekommen war der erste Eindruck weiblich emotional: WOW, die Honda CBR600F, kraftvoll, elegant und sportlich. Das weiß-blaue und moderne Design überzeugte sie auf den ersten Blick voll und ganz. Die CBR wirkte schön schmal und durch ihre Vollverkleidung dynamisch und windschnittig. Weiblicher Designtest bestanden!

O-Ton Lucy: Der erste Blick auf den Auspuff ließ mein Herz höher schlagen: Eine Akrapovic-Auspuffanlage, natürlich das Beste vom Besten, was hatte ich von Honda auch anderes erwartet. Beim zweiten Blick fiel mir schließlich auf, dass kein DB-Killer vorhanden war und ich konnte mir ein lautes „Ja woll wie geil“ nicht mehr verkneifen. Das versprach ja schon mal ein perfektes Sounderlebnis. Weiblicher Soundtest bestanden!


Aber nun genug geschaut, erst mal drauf setzen und starten. Der Klang der Akrapovic-Anlage war nicht zu überhören, denn die Maschine brüllte wie ein Löwe, was mir ein riesiges Grinsen ins Gesicht zauberte. Voller Begeisterung startete ich also erst mal die etwas längere Heimfahrt über die Autobahn. Besonders auffällig, die ausbalancierte Sitzposition. Durch die Sitzhöhe von 800 mm und die gerade Lenkerposition lastet nicht zu viel Gewicht auf den Handgelenken und man kommt auch als kleinere Person standfest auf den Boden. Man sitzt aufrecht, entspannt und dennoch sportlich leicht nach vorne gebeugt, wodurch ein perfektes Kontrollgefühl entsteht. Somit vereint die CBR in ihrer Fahreigenschaft Sportlichkeit und Komfort in einem.

Das Fahrverhalten auf der Autobahn versprach schon auf den ersten Kilometern Spaß pur. Durch die Vollverkleidung und den Windschutz wird Stabilität garantiert. Selbst bei höheren Geschwindigkeiten bleibt die CBR600F treu in der Spur und man fühlt sich auch bei 200 km/h noch wohl und sicher.


Der Allrounder glänzt mit einem 75kw (102 PS) starkem, flüssigkeitsgekühltem Vierventil-Vierzylinder-Motor mit elektronischer Einspritzung und sorgt für ordentlich Durchzug im unterem und mittlerem Bereich. Das maximale Drehmoment liegt bei 64 Nm bei 10500/min. Die kraftvolle und mühelose Beschleunigung aus jedem Drehzahlbereich macht so richtig Laune und lässt die Autofahrer an jeder Ampel alt aussehen. Besonders amüsant sind dann die Blicke der Autofahrer, die eine junge Fahrerin auf der Maschine erkennen, so manches Augenzwinkern konnte ich mir da kaum verkneifen. Autobahntest also auch bestanden.

Nachdem die Honda CBR ihren ersten Test auf der Autobahn mit Bravour gemeistert hat, wird die gesamte Bikercrew meines Freundeskreises zusammengetrommelt und zu einer Tour durch den Odenwald angestiftet.  Bei perfektem Sonnenschein wird so erst mal das Kurvenverhalten getestet. Hierbei zeigt sich die CBR äußerst wendig und handlich. Durch ein Gewicht von 211 kg (vollgetankt) lässt sich die sportliche Japanerin mühelos in die Kurve lenken und ohne Probleme wieder hinaus beschleunigen. Wieselflink wird so mit viel Spaß und Freude durch den Odenwald und jegliche Serpentinen gecruised. Cuisingtest mit Spaß bestanden.

Die CBR ist mit Scheibenbremsen mit combined ABS ausgestattet. Das war für mich eine völlig neue Erfahrung, da beide Bremsen sehr harmonisch und genau aufeinander abgestimmt greifen und die Bremswirkung dadurch nicht zu hart aber auch nicht zu leicht war.

Auch im täglichen Berufsverkehr überzeugte die Honda CBR600F mit hohem Komfort und Bequemlichkeit. Besonders angenehm war hier vor allem das leicht schaltbare 6-Gang-Getriebe, das selbst einer kleinen Frauenhand beim Stop and Go keine Probleme macht.
Beim Rangieren machte das Gewicht von 211 kg für eine schmale Person wie mich dann doch etwas Schwierigkeiten. Aus der Parklücke schieben war da nicht ganz so einfach, jedoch gibt es in der Nähe ja immer hilfsbereite Mitmenschen die kurzerhand etwas helfen.
Bei der Ausstattung steht der LCD-Tacho im zentralen Blickpunkt und bietet einiges an Informationen: eine Digitaluhr, eine Benzinuhr mit Multisegmentanzeige, zwei Kilometerzähler, sowie eine Anzeige für den momentanen Benzinverbrauch, die in Verbindung mit einem der zwei Tageskilometerzähler auch distanzbezogene Verbrauchsinfos liefert. Außerdem verfügt das Cockpit über einen digitalen Drehzahlmesser als Balkenanzeige.

Nach den wichtigen Erinnerungsfotos bei einem atemberaubenden Sonnenuntergang musste ich mich nach 2 Wochen schweren Herzens von der Honda CBR600F trennen. Mein Fazit lautet: Die CBR macht ihrem Ruf alle Ehre und beweist sich als sportlicher Allrounder, der die perfekte Balance zwischen Sport und Komfort gefunden hat. Egal ob auf der Autobahn, der LandstraĂźe oder im Stadtverkehr – die CBR ist ein Alleskönner und eignet sich fĂĽr jede Situation. Bei den typischen Treffpunkten der Bikerszene oder in der Innenstadt erntete ich oft neidische Blicke und „Thumbs up“. Bei der Frage nach dem Preis stutzten viele etwas, da sie mit höheren Beträgen gerechnet hatten. 8990 Euro kostet das gute StĂĽck neu und ist wie ich finde ein ziemlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis Alles in allem ist die Honda CBR600F ein zuverlässiges EnergiebĂĽndel, das fĂĽr viel Adrenalin sorgt.

Und jetzt freue ich mich schon auf die nächste Testtour und kann die Motorradsaison 2012 kaum erwarten.

1 KOMMENTAR

  1. Ein super Testbericht welcher mich nun vollends überzeugt hat, mir die CBR 600 F für die kommende Saison zuzulegen 🙂 Danke für den Text und die genialen Fotos. Auf eine tolle und unfallfreie Saison 2012.

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