Fahrbericht Audi TTS 2.0 TFSI Quattro: Eine Ikone wird schneller

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Audi TTS CoupĂ©.  (Foto: Auto-Medienportal.Net/Audi)Gestern noch war da neue digitale Cockpit mit einem 12,3-Zoll-Bildschim und seinen scheinbar unendlichen Möglichkeiten fĂŒr die Fahrzeugeinstellung, die Navigation und alles, was so ĂŒbers Internet einkommt oder rausgehen soll das Thema des Tages. Doch erst heute auf dem privaten Rennkurs Ascari in der NĂ€he vom spanischen Ronda zeigt sich, warum Audi gerade fĂŒr seinen kompakten Sportwagen diese Technik in dieser Anordnung gewĂ€hlt hat. ZunĂ€chst fĂ€llt auf, dass sich beim Audi TTS der Drehzahlmesser in den Vordergrund bringen lĂ€sst, so wie man es als Sportwagenfahrer gern hat, wenn auch bei den TTS, die wir auf Ascari fuhren, das Doppelkupplungsgetriebe den Kontrollblick unnötig erscheinen lĂ€sst. Aber schließlich hat der TTS auch Paddel, fĂŒr alle die, die immer noch meinen, schneller als die Elektronik schalten zu können. Aber in der Dynamik-Einstellung kann man getrost die Hand von den Paddeln lassen. Schneller geht’s sowieso nicht, und die Schaltpunkte passen auch.

310 PS drĂŒcken die rund 1.400 Kilogramm mĂ€chtig nach vorn und dank des leichten Abbremsens der kurveninneren RĂ€der auch spontan und zielgenau in die Kurven. Dabei hilft auch die höhere Steifigkeit des Vorderwagens. Und beim Herausbeschleunigen packt der Quattroantrieb bĂ€rig zu. So jagt der TTS wie auf Schienen um die Kurven, wenn man nicht auch noch das ESP zurĂŒckgenommen hat. Dann darf das Heck ein bisschen nach außen driften, was zwar mehr Dramatik ins Fahren bringt, aber auf diesem Kurs keinen nennenswerten Gewinn an Speed.

Audi TTS Coupé.  (Foto: Auto-Medienportal.Net/Audi)

Zum Fahrgenuss in der Ausnahmesituation Rennstrecke leistet der Sound einen erheblichen Betrag. Einem Vierzylinder traut man eine solch sonore akustische KraftprĂ€sentation gar nicht zu. GlĂŒckwĂŒnsch an die SoundkĂŒnstler in Ingolstadt. Zu den knackigen, lauten Gangwechseln haben sie vermutlich weniger beigetragen. Aber beides zusammen spielt das Hohe Lied vom knackigen Sportwagen.

Knackig könnte auch als Stichwort fĂŒr die DesignĂŒberarbeitung dienen. Der erste Audi TT bot eine revolutionĂ€re Form. Seine konsequent symmetrische Form mit einer auf den Körper aufgesetzte Kabine erlebte die Autowelt als Provokation. Die zweite Generation hatte es bei den Freunden der ersten schwerer. Sie kam auf einmal eleganter und mit einer weniger aus dem Rahmen der Sportwagenwelt herausfallenden Form daher. Die dritte Generation besinnt sich wieder auf dem Ursprung, ohne die nĂŒtzlichen Aspekte der zweiten aufzugeben. Das Greenhouse wirkt wieder wie auf dem Körper aufgesetzt, doch unter der Heckklappe bleibt der respektabel große Kofferraum, mit 305 Litern passend fĂŒr ein Golfpack und bei bisschen GepĂ€ck fĂŒr den Beifahrer.

Audi TTS Coupé.  (Foto: Auto-Medienportal.Net/Audi)

Dem bleibt beim TTS wie beim TT sowieso nur, die Fahrt auf den guten, stark auf SeitenfĂŒhrung optimierten Sportsitzen zu genießen oder sich festzuhalten. Denn das Cockpit ist bei diesem Auto tatsĂ€chlich voll auf den Fahrer ausgerichtet. Das gilt fĂŒr die Form der Armaturentafel, die in einer sanften Kurve den Fahrer umgibt. Der Hand ein Multifunktionslenkrad in der Hand, das die Bedienung fast aller Funktionen ermöglich mit fast so vielen Knöpfen wie in einem der LeMans-Siegerwagen.

Die Köpfe und Regler sind aber nicht die einzigen Elemente, mit denen er den Charakter seines TTS bestimmen kann. Der bekannte Dreh-DrĂŒck-Steller ist ebenfalls dabei, Shortcuts zu den einzelnen Funktionen erleichtern die schnelle Bedienung, man kann auch die Touchpad-Funktion der Oberseite des Dreh-DrĂŒck-Stellern fĂŒr die Zeicheneingabe per Schrift verwenden oder dem Auto einfach sagen, was man von ihm erwartet. Die Spracheingabe versteht vieles und verlangt nicht nach einzuĂŒbenden Standardkommandos.

Audi TTS Coupé.  (Foto: Auto-Medienportal.Net/Audi)

Audi ĂŒbersetzt den Namen TT auch gern mit TechnologietrĂ€ger. FĂŒr diesen TT trifft das wegen des digitalen Cockpits ganz sicher zu. Es wird im eigenen Haus, im Konzern und in der Autowelt sicher weitere Bespiele geben. In einer deutlich zurĂŒckhaltenderen Form kennt man es ja schon von der Mercedes S-Klasse. Es wird interessant sein zu beobachten, ob bei großen Limousinen dieses total auf den Fahrer ausgerichtete Cockpit tatsĂ€chlich zu einem Verzicht auf die Mittelkonsole mit Bildschirm fĂŒhren wird.

Audi TTS Coupé.  (Foto: Auto-Medienportal.Net/Audi)

FĂŒr den TT und den TTS erweist sich dieser Schritt nicht nur auf der Rennstrecke als sinnvoll. Der TT und sein starker Bruder werden immer Fahrerautos sein. Zu dem Ergebnis kamen wir jedenfalls auch auf dem Weg von der Rennstrecke zum Flughafen. Auf langen Strecken trĂ€gt die Vielfalt auch zur Unterhaltung bei. Da dies alles im Blickfeld des Fahrers geschieht und vom Lenkrad aus geschieht, geschieht das auch nicht zu Lasten der Aufmerksamkeit. Ab Oktober können sich Interessenten beim Handel selbst ein Bild davon machen. Vermutlich werden sie – ebenso wie wir – erst verblĂŒfft und dann ĂŒberzeugt sein. Bisher schon war der TTS das meistverkaufte S-Modell von Audi. Die Chancen stehen gut fĂŒr eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte, auch bei einem Einstiegspreis von 51.250 Euro fĂŒr den TTS.

Audi TTS Coupé.  (Foto: Auto-Medienportal.Net/Audi)
Audi TTS Coupé 2.0 TTS Quattro S-tronic

 

LÀnge x Breite x Höhe (in m): 4,19 x 1,83 x 1,34
Radstand (m): 2,51
Motor: R4-Benziner, 1984 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 228 kW / 310 PS von 5500 – 6200 U/min
Max. Drehmoment: 380 Nm von 1800 – 5700 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (abgeregelt)
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 4,9 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 7,1 Liter
CO2-Emissionen: 166 g/km (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: min. 1365 kg / max. 400 kg
Kofferraumvolumen: 305 l, erweiterbar auf 712 l
RĂ€der / Reifen: 8,5 J x 18 / 245/40 R 18
Luftwiderstandsbeiwert: 0,30
Preis: 51.250 Euro

 

 

 

(ampnet/Sm)

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