Elektroauto-Prämie – Nissan stockt E-Auto-Förderung auf

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Mit der Elektroauto-Prämie versucht die deutsche Bundesregierung nochmals massiv Anreize beim Neuwagenkauf zu schaffen, um ihrem selbst gesetzten Ziel von einer Million E-Fahrzeuge bis 2020 auf Deutschlands Straßen weiter näher zu kommen. Blickt man jedoch auf den Status der Zulassungszahlen heute, also im Jahr 2016, dann scheint mit aktuell knapp 26.000 zugelassenen E-Autos dieses Ziel mehr verwegen denn je. Ob das seit dem 2. Juli 2016 wirksame Förderungsgesetz für den Kauf von Elektrofahrzeugen und die einhergehende Elektroauto-Prämie nun die ersehnte Bewegung im Segment bringt, bleibt abzuwarten.

Doch auch die Hersteller batteriebetriebener Autos haben ein Interesse am steigenden Absatz. Und so legt sich Nissan zusätzlich ins Zeug und pusht die ElektroMobilität in Deutschland mit eigenen Maßnahmen. Die Japaner stocken die 4.000 Euro staatliche Elektroauto-Prämie auf 5.000 Euro Gesamtzuschuß auf.

Die Verbreitung von Elektroautos in Deutschland vollzieht sich noch immer im Bereich von homöopathischen Dosen. Zum 1. Januar 2016 registrierte das Kraftfahrbundesamt (KBA) in Flensburg insgesamt 45.071.209 Pkw im Bestand. 66,2 Prozent davon waren mit einem Benzinmotor, 32,2 Prozent mit einem Diesel ausgestattet. Die alternativen Antriebe Hybrid und Elektro spielten in der KBA-Liste nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich 130.365 Pkw waren zu Beginn des Jahres mit einem Hybridantrieb unterwegs, gerade einmal 25.502 mit einem reinen Elektroantrieb. Kurz nachgerechnet: das sind 2,5 Prozent der avisierten Million in 2020.

Die Zurückhaltung beim Kauf eines reinen Elektroautos hat mehrere Gründe. Drei Eigenschaften prägen derzeit reine E-Mobile, die die Verwendung auf breiter Front (noch) beeinträchtigen: Die eingeschränkte Reichweite, die lückenhafte Landeinfrastruktur und der hohe Anschaffungspreis. In Punkto Reichweite mahnen die Japaner Entspannung an. Der Nissan Leaf, mit 245.000 Einheiten das bislang erfolgreichste E-Auto der Welt, kommt in seiner neusten Version mit einer Reichweit von 250 Kilometern daher. Damit lassen sich 98 Prozent der individuellen Mobilität mit dem Auto abdecken, die im Schnitt weniger als 50 Kilometer am Tag beträgt.

Der Nissan Leaf tritt im populären Segment der Kompaktklasse rund um den VW Golf an. Der 4,46 Meter lange Fünftürer bietet Platz für fünf Personen und einen standesgemäßen Gepäckraum mit 370 Liter Volumen. Sein Wechselstromsynchromotor leiste 80 kW (109 PS). Das maximale Drehmoment von 245 Newtonmetern steht beim Elektromotor bereits beim Anfahren in vollem Umfang zur Verfügung. Was den Leaf wie alle anderen E-Autos erstaunlich leichtfüßig antreten lässt. In 3,7 Sekunden sind beim Ampelstart die 50 km/h Stadtgeschwindigkeit erreicht. Nissan bietet den Leaf mit zwei verschiedenen Batteriesätzen an, einmal mit einer Leistung von 24 und dann mit 30 kW. Mit der 30-kW-Version ist die Reichweite von 250 Kilometer durchaus realisierbar. Vorausgesetzt der Fahrer fährt vorausschauend und nutzt die Fahrprogramme für wirtschaftliches Fahren konsequent aus.Elektroauto-Prämie - Nissan Leaf (Foto: Nissan)Nissan bietet den Leaf in drei Ausstattungsstufen mit zwei Preismodellen an. Einmal als Komplettpaket, einschließlich der Batterie, dann kostet die 24-kW-Version mindestens 29 265 Euro, die 30-kW-Variante 36.785 Euro. Entschließt sich der Kunde die Batterie zu mieten verbilligt sich der Fahrzeugpreis um 5.900 Euro. Die Miete für die Batterie staffelt sich nach Nutzungsdauer und geplanter Fahrleistung zwischen 79 und 142 Euro im Monat.

Das zweite Modell der Japaner ist der Nissan e-NV 200, ein leichtes Nutzfahrzeug, mit 4,56 Meter Länge und 645 Kilo Zuladung, wahlwiese als Transporter, Kombi oder Van. Der e-NV 200 verfügt über den gleichen Antrieb wie der Leaf, bei 170 Kilometer Reichweite. Die Preise beginnen bei 20.352 Euro ohne und 25.310 Euro mit Batterie. Bedenken über die Dauerhaltbarkeit der Energiespeicher zerstreut Nissan mit einer Garantie über acht Jahre oder 160.000 Kilometer.Elektroauto-Prämie - 5000 Euro Zuschuss für Nissan e-NV200 (Foto: Nissan)Mit insgesamt 5.000 Euro Elektroauto-Prämie will Nissan nun die Lust an der NeuenMobilität weiter fördern. Damit wird ein E-Auto auch für den privaten Kunden interessant. Bislang dominieren bei den E-Autos mit 80 Prozent die gewerblichen Nutzer. Was die Attraktivität der e-Mobilität weiter steigern wird, sind die vernetzten Systeme, die die E-Partner von Nissan verwirklichen. Im Gegensatz zu den Wettbewerbern ermöglichen die Nissan-Batterien ein sogenanntes „bidirektionales Speichern“. Das heißt, die Batterie lassen sich nicht nur aufladen, sie sind auch in der Lage, wieder Strom ans Netzt abzugeben.

Diese Technik erlaubt weit reichende Nutzungsmöglichkeiten des Fahrzeugs. Mit einer Lade und Speichertechnik, wie sie beispielsweise Nissan-Partner The Mobility bereit stellt, ist es möglich, den Stromspeicher des Autos für die Versorgung des privaten Wohnbereichs einsetzten. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von drei bis fünf Kilowattstunden eines privaten Haushalts, reicht eine Batteriefüllung für bis zu einer Woche Haushaltsversorgung. Diese Technik gewinnt zukünftig an Reiz, wenn die Förderprogramme der zahlreichen privaten Photovoltaikanlagen auslaufen. Mit einer Vernetzung von Anlage, Fahrzeugspeicher und Hausspeicher ist der private Photovoltaikbetreiber in der Lage, den eigenen Energiebedarf für Heim und Mobilität zu erzeugen.

Die Entwicklung der Logistik für Energiespeicher und Leitungsmanagement spielt nicht zuletzt eine bedeutende Rolle bei der Umsetzung der Ziele für die Energiewende.

Auch bei der Logistik der Ladestationen für E-Autos verbessert sich die Situation mit raschen Schritten. Sind derzeit bundesweit 400 Schnellladestationen verfügbar, die einen kompletten Ladungsvorgang in einer halben Stunde ermöglichen, werden es im nächsten Jahr bereits 800 sein. Insgesamt stehen dann bundesweit mehr als 4.000 öffentliche Ladestationen zur Verfügung. Zum Ankurbeln der allgemeinen E-Mobilität hat sich Nissan auch zu unkonventionellen Schritten entschlossen. Derzeit bieten die meisten Händler des Netzes alle E-Autofahrern einen kostenlosen Ladeservice an. Gleichgültig, ob Nissan, BMW, VW oder Tesla.

(Quelle: ampnet/tl)

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