Chevrolet Corvette Stingray Cabriolet – Das KrĂĽmelmonster.

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Am Memorial-Day-Wochenende, dem Feiertag der Gefallenen, scheint es an der Zeit, eine freundliche Geste zu erwidern und ein StĂĽck Menschlichkeit in die Welt zu tragen. Eine örtliche Pfadfindertruppe hatte am Rande einer DurchgangsstraĂźe in Connecticut einen Stand aufgebaut, um Reisende gratis mit Kaffee und Gebäck zu versorgen. Der selbstlose Plan: Ich wĂĽrde mit einem Corvette Stingray Cabriolet auftauchen und den Pfadfindern die Ehre verschaffen, zu den ersten zu gehören, die dieses bemerkenswerte Auto im Einsatz erleben. Mein peinlich berĂĽhrter Beifahrer bezweifelt, dass sich jemand dafĂĽr interessiert. Doch kaum erreichen wir das Zelt mit den Keksen und stellen den Motor ab, als bereits ein Vater auf uns zustĂĽrzt und ein Bild mit Auto und Sohn erbittet. Als nächstes erkundigt sich ein Motorradfahrer nach Preisen und Leistungsdaten. Dann taucht der „Freund eines Freundes eines Freundes“ des größten Corvette-Veredlers im Lande auf. Und schlieĂźlich der TruppfĂĽhrer der Pfadfinder, der ĂĽber die Abwechslung so erfreut ist, dass er uns förmlich bekniet, doch nun auch etwas Backwerk zu verzehren.

Chevrolet Corvette Stingray Convertible.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/Chevrolet Chevrolet Corvette Stingray Convertible.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/Chevrolet

Sehr gerne. FĂĽr mich bitte mit Streuseln.

Vermutlich haben viele Verkehrsteilnehmer das Corvette Cabriolet während unserer Ausfahrt zum ersten Mal gesehen, ganz sicher aber nicht zum letzten Mal. Der Sportwagen genieĂźt noch immer größte Aufmerksamkeit. Seine kantigen Linien und ausgeprägten Falze, die Vier-Rohr-Auspuffanlage, die gewaltigen Räder und der charakteristische Schwung der GĂĽrtellinie sind unĂĽbersehbar. Der Stil ähnelt dem geschlossenen CoupĂ©, aber an Stelle des Schräghecks mit groĂźer Klappe tritt hier ein flacher Kofferraumdeckel, unter dem das dreilagige Stoffverdeck in weniger als 25 Sekunden verschwindet. Kein Zweifel – auch das Cabrio ist eine echte Corvette.

Dies gilt auch fĂĽr das charakteristische Interieur, das jenem des CoupĂ©s entspricht. Stets dabei sind variabel konfigurierbare Digitalinstrumente, perfekt passende Sitze – und ein etwas konfuses Layout der Mittelkonsole. Das gut funktionierende Infotainment- und Navigationssystem gibt es gegen Aufpreis.

Chevrolet Corvette Stingray Convertible.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/Chevrolet Chevrolet Corvette Stingray Convertible.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/Chevrolet

Das hinterradgetriebene Cabriolet ist mit dem gleichen 6,2-Liter-V8 ausgerĂĽstet wie das CoupĂ©. Der leistet 466 PS und ist wahlweise an ein Sieben-Gang-Schaltgetriebe oder eine Sechs-Gang-Automatik gekoppelt. Nächstes Jahr folgt die Hochleistungsvariante Z06 mit 659 PS, und später soll es noch stärkere Ableitungen geben. So unglaublich es bei Beschleunigungswerten von 0 auf 100 km/h in knapp ĂĽber 4 Sekunden ist – dieses Auto dĂĽrfte die langsamste Corvette der siebten Modellgeneration bleiben.

Wir bevorzugen das Schaltgetriebe gegenüber der Automatik: Der automatische Zwischengasstoß beim Ziehen am Schaltpaddel einer Automatik kann einem per Spitze-Hacke-Technik sauber ausgeführtem Schaltvorgang niemals das Wasser reichen. Bei der Corvette macht das manuelle Schalten besonders viel Freude: Die Sieben-Gang-Box arbeitet präzise, die Kupplung operiert angenehm leichtgängig.

Chevrolet Corvette Stingray Convertible.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/Chevrolet Chevrolet Corvette Stingray Convertible.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/Chevrolet

Der Charakter des Antriebs lässt sich ĂĽbrigens beträchtlich verändern – vom komfortablen „Eco“-Modus, in dem die Corvette ĂĽber Zylinderabschaltung verfĂĽgt, bis hin zum zornigen Modus „Track“, der fĂĽr die Rennstrecke definiert ist. Die Kraft wird in jedem Fall locker, aber eben mit unterschiedlichem Nachdruck, aus dem Ă„rmel geschĂĽttelt. Lässiges Dahingleiten entspricht dem Charakter der Corvette ebenso wie brutales Beschleunigen und Durchschalten der Gänge. Im extremen „Track“-Modus wird der sportliche Klang leider durch dröhnende Frequenzen ĂĽberlagert; die glĂĽckliche Mitte dĂĽrfte beim „Sport“-Modus liegen. Ăśbrigens gibt es auch noch einen „Weather“-Modus, dessen Zweck sich nicht unmittelbar erschlieĂźt.

Die Karosserie dieses zweisitzigen Cabriolets ist ungewöhnlich verwindungssteif, das Handling und Einlenkverhalten ausgesprochen sportlich. Ein kleines Auto ist die Corvette übrigens nicht, die Leichtfüßigkeit etwa eines Porsche Boxster geht ihm ab. Dafür ist dieses Cabriolet in Anbetracht seiner Qualitäten ausgesprochen preiswert: Der Grundpreis liegt bei 72.990 Euro, und dafür ist die Corvette nahezu komplett ausgestattet. Der nochmals bessere Sportwagen ist allerdings das Coupé: Es kostet 3.000 Euro weniger, ist um 50 Kilogramm leichter und kommt serienmäßig mit einem herausnehmbaren Targa-Dach, das ebenfalls reichlich Frischluft in den Innenraum lässt.

Auch für einen Besuch mit dem Coupé hätten wir vermutlich Kekse bekommen.

(Jeff Jablansky/ampnet)

Chevrolet Corvette Stingray Convertible.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/Chevrolet Chevrolet Corvette Stingray Convertible.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/Chevrolet

Datenblatt Chevrolet Corvette Cabriolet

Länge x Breite x Höhe (m): 4,49 x 1,88 x 1,24
Motor: 8-Zylinder-Benziner, Frontmotor, 6162 ccm
Leistung: 343 kW / 466 PS bei 6.000 U/min
Max. Drehmoment: 630 Nm bei 4.600 U/min
Verbrauch (Schnitt nach EU-Norm) auf 100 km: 12,2 Liter
CO2-Emissionen: 283 g/km
Energieeffizienzklasse: G
Höchstgeschwindigkeit: 282 km/h
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 4,2 Sek.
Leergewicht: 1.589 kg
Preis: 72.990 Euro

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