Blaue Plakette – Mittelstand protestiert!

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Die Blaue Plakette sowie die PlĂ€ne zu ihrer EinfĂŒhrung bezeichnet Mario Ohoven, PrĂ€sident des Bundesverbandes mittelstĂ€ndische Wirtschaft (BVMW) als „verkehrspolitische Geisterfahrt“. Der Mittelstand Ă€ußert damit offenen Protest gegen die Blaue Plakette und die verbundene VerschĂ€rfung der Emissionsgesetze fĂŒr Kraftfahrzeuge. Konkret befĂŒrchtet der BVMW zahlreiche Fahrverbote fĂŒr Dieselfahrzeuge in StĂ€dten, was in besonders hohem Maß die Transporter und Kleinlaster mittelstĂ€ndischer Unternehmen betreffen könnte. Darunter leide – so Ohoven – vor allem das örtliche Handwerk und Gewerbe. „Wir werden gegen diese mittelstandsfeindliche Aussperrungsstrategie notfalls auch juristisch mobilmachen,“ erklĂ€rte der BVMW-PrĂ€sident.

Anstatt auf die Blaue Plakette sollten die Kommunen besser auf kluge Maßnahmen zur Verbesserung der LuftqualitĂ€t setzen, fordert Ohoven in einer PresseerklĂ€rung seines Verbands: „Dazu gehört insbesondere eine bessere Lenkung des Verkehrsflusses. Im öffentlichen Personennahverkehr sollte der Einsatz von Bussen mit Erdgas-, Wasserstoff-, Elektro- oder Hybridantrieb stĂ€rker gefördert werden. Auch bei der Umstellung öffentlicher Fuhrparks auf emissionsarme Antriebsarten sind lĂ€ngst nicht alle Potenziale ausgeschöpft.“

Mit seinem Protest gegen die Blaue Plakette folgt der Mittelstandsverband der öffentlichen Kritik des ADAC. Der Autoclub sprach sich vor wenigen Monaten deutlich gegen die PlĂ€ne aus und erhob Ă€hnliche Zweifel am geplanten Vorhaben zur Verbesserung der LuftqualitĂ€t in deutschen StĂ€dten. Stattdessen wĂŒrden kĂŒnftig Fahrverbote die MobilitĂ€t von rund 13 Millionen Dieselfahrern unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig einschrĂ€nken. Auch mehr als drei Millionen Ă€ltere Benziner könnten von den geplanten Maßnahmen betroffen sein.

Um die Stickoxidgrenzwerte in StĂ€dten einzuhalten, sollte stattdessen vor allem der „Ansatz an der Quelle“ gewĂ€hlt, also der Schadstoffausstoß der Fahrzeuge dauerhaft gesenkt werden. Aus Sicht des Clubs ist die Automobilindustrie in der Pflicht, saubere und emissionsarme Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Die notwendigen Technologien, um die Stickoxide zu reduzieren, seien vorhanden.

Um den Schadstoffausstoß durch den Pkw-Verkehr kurzfristig zu reduzieren, bieten sich nach Ansicht des ADAC grĂŒne Wellen im Stadtverkehr, eine adaptive Verkehrssteuerung und intelligente Verkehrsleitsysteme an.

 

(mit Agenturmaterial/ampnet/Sm)

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