„Baby-GTI“ – Volkswagen up! TSI

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Mehr als drei Jahre ist es her, dass wir auf einer kleinen, aber feinen Veranstaltung in Wolfsburg mehrere Prototypen auf Basis des Volkswagen Up fahren durften. Der Cross Up und der E-Up haben es l├Ąngst in die Produktion geschafft, das Fahrspa├č-Modell blieb hingegen eine Vision: der Up GT, ausger├╝stet mit einer per Abgas-Turbolader aufgeladenen Version des gleichen 1,0-Liter-Dreizylinders, der seit dem Marktstart im Dezember 2011 als Saugmotor verkauft wird.

Volkswagen Studie GT up (Foto: VW)

Der Turbomotor beseitigte damals einen Hauptmangel des Up: Die relativ bescheidene Motorisierung. Denn w├Ąhrend die 60 PS bzw. 75 PS gen├╝gen, um im Stadtverkehr flink voranzukommen, reichen sie kaum aus, um auf der Landstra├če besondere Fahrfreude hervorzurufen. Und auf der Autobahn mu├č sich der Up auf der rechten Spur einsortieren.

Das ist schade, denn mit den leistungs- und drehmomentschwachen Saugmotoren kann der Up jenen Status nicht erreichen, den vor rund 15 Jahren sein Vorg├Ąnger, der Lupo, ├╝berzeugend verk├Ârperte ÔÇô n├Ąmlich den eines echten Premium-Minis.

F├╝r Fans des kleinen Volkswagen gibt es jetzt eine gute Nachricht: Ab Sommer kommt der vom Bauhaus-Design inspirierte Up endlich mit einem 1,0-Liter-TSI-Motor auf den Markt. Die schlechte Nachricht: Das Modell wird derzeit nur in Brasilien angeboten. Dort legt man traditionell Wert auf Fahrspa├č und hohe Leistung ÔÇô selbst bei kompakten und relativ einfach konstruierten Fahrzeugen.

Volkswagen Studie GT up (Foto: VW)Genau wie der Prototyp verf├╝gt das brasilianische Serienmodell ├╝ber eine aufgeladene Variante der EA211-Dreizylinders mit Direkteinspritzung, Turbolader und ins Saugrohr integrierter Ladeluftk├╝hlung. Damit leistet der Flex-Fuel-Motor im Benzinbetrieb 101 PS, im Ethanolbetrieb sogar 105 PS, die bei 5.000 U/min anliegen. Das maximale Drehmoment liegt bei 165 Newtonmetern ab 1.500 Umdrehungen pro Minute.

Derart ├╝ppig motorisiert, k├Ânnen sich die Fahrleistungen des st├Ąrksten Up sehen lassen: Die 100-km/h-Marke wird in 8,4 Sekunden durchmessen, die Spitze liegt bei 184 km/h. Zum Vergleich: Der 75-PS-Up braucht f├╝r den Standardspurt fast f├╝nf Sekunden l├Ąnger, und die Spitze von 172 km/h wird erst nach l├Ąngerem Anlauf erreicht. Was der Dreizylinder schon heute bietet, ist der sch├Âne Klang. Mit nur einem Liter Hubraum l├Ąuft das Aggregat vibrationsarm und gef├Ąllt mit sonorer Stimme; die Turboversion d├╝rfte es nochmals besser k├Ânnen.

Volkswagen Studie GT up (Foto: VW)Gekoppelt ist das Aggregat an ein MQ200-F├╝nf-Gang-Schaltgetriebe; der Up TSI ist wegen des hohen Drehmoments deutlich l├Ąnger ├╝bersetzt, um den Verbrauch abzusenken. Bei 100 km/h im f├╝nften Gang dreht der Wagen mit lediglich 2300 Touren.

Um die Leistung problemlos auf die Stra├če zu bringen, wurden Federn und D├Ąmpfer neu und sportlicher kalibriert; eine elektrische Servolenkung ist Serie, und es gibt 14- und 15-Zoll-R├Ąder.

Volkswagen do Brasil rechnet damit, dass der Up TSI auf hohe St├╝ckzahlen kommt; es gibt die Maschine in Verbindung mit stolzen sieben Ausstattungsvarianten – inklusive des rustikal angehauchten Cross Up und einer neuen, sportlichen Variante, die auf die Bezeichnung Speed Up h├Ârt.

Volkswagen Studie GT up (Foto: VW)

Und in Deutschland? Noch gibt es keine Entscheidung, aber aus Wolfsburg ist zu h├Âren, dass eine Markteinf├╝hrung „ernsthaft gepr├╝ft“ wird. Sollte sich der neue Markenchef Herbert Diess dazu durchringen, h├Ątten wir auch schon eine passende Modellbezeichnung: Up GTI. Denn das Leistungsgewicht des turboaufgeladenen Up ist mit dem des ersten Golf GTI nahezu identisch. Sollte sich VW zu einer Markteinf├╝hrung durchringen, h├Ątte das Segment einen neuen Champion. (ampnet/jm)

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