Acht Corvette aus dem Untergrund – Bergung im Auto-Museum nach Erdrutsch

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Am 13. Februar 2014 erschütterte in aller Herrgottsfrühe ein dumpfes Grollen Bowling Green, die drittgrößte Stadt im US-Bundesstaat Kentucky. Ein unterirdischer Erdrutsch, verursacht durch den Einsturz einer riesigen Höhle, ließ einen 13 Meter breiten und bis zu 20 Meter tiefen Krater entstehen, der acht Autos verschlang. Das wäre wahrscheinlich nicht weiter schlimm gewesen, wenn sich das Ganze auf einem zu früher Stunde verwaisten Parkplatz eines Supermarkts oder irgendeiner einsamen Landstraße ereignet hätte. Doch das Unglück suchte ausgerechnet jenen Platz heim, der jedem Liebhaber amerikanischer Sportwagen als eine Art heiliger Gral gilt: den zentralen Ausstellungsraum des Corvette-Museums an der Kreuzung von Interstate 65 und Highway 446.

Im Erdloch: Corvette ZR1 „Blue Devil“ von 2009.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/National Corvette Museum      Bergung der Corvette „Blue Devil“ aus dem Erdloch im Museum.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/National Corvette Museum

Und es waren nicht irgendwelche Autos, die in der Tiefe Kentuckys versanken, sondern acht Corvette-Exemplare im Wert mehrerer Millionen Euro, die als unersetzbar gelten. Sechs von ihnen stammten aus Privatbesitz, die beiden anderen waren Leihgaben des Konzerns General Motors, der unweit des Museums seit 1981 die Corvette-Fabrikation betreibt.

Bergung einer Corvette aus dem Erdrutschloch.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/National Corvette Museum      Bergung einer Corvette aus dem Erdrutschloch.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/National Corvette Museum

In der Tiefe verschwanden: eine „Black Corvette“ von 1962, ein Pace Car für die Indycar-Serie von 1984, ein ZR1 „Blue Devil“ von 2009, die weiße einmillionste Corvette von 1992, die in Ruby-rot lackierte „40th Anniversary Corvette“ von 1993, eine Z06-Corvette des Tuners Mallett Hammer von 2001, die weiße anderthalbmilliosnme Corvette von 2009 und ein ZR1 Spyder von 1993.

Acht Corvette verschwanden im Erdloch.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/National Corvette Museum      Im Erdloch: Corvette ZR1 „Blue Devil“ von 2009.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/National Corvette Museum

Zu unpassenderer Zeit hätte die Katastrophe nicht passieren können, denn das Museum steckte mitten in den Vorbereitungen zur Feier seines 20-jährigen Bestehens Ende August dieses Jahres. Schon jetzt haben rund 5000 Gäste ihr Kommen angekündigt.

Erdrutsch am National Corvette Museum: Reste des Pace Cars von 1984.     Chevrolet Corvette aus dem Erdrutschloch in Kentucky.  Foto:     Auto-Medienportal.Net/National Corvette Museum

Inzwischen sind die Ausgrabungsarbeiten beendet, ist eine erste Bilanz der Schäden gezogen. Die erste Corvette, die am Bergungskran hing, war die ZR1 Blue Devil von 2009, die erstaunlich wenige Schäden aufwies. Ein paar Beulen und Schrammen, ein lädiertes Fenster sowie eine zerstörte Ölleitung waren schon alles. Danach aber kam es ziemlich dicke. Wesentlich härter traf es zum Beispiel die schwarze Corvette von 1962, ein Vermächtnis des Corvette-Fans und -Sammlers David Donoho, der 2013 gestorben ist. Doch dieser Wagen wird sich restaurieren lassen. Anders sieht es mit dem ZR1 Spyder von 1993 oder der Z06 Corvette von 2001 aus. Von ihnen blieben nur undefinierbare Blechknäuel übrig.

Chevrolet Corvette aus dem Erdrutschloch in Kentucky.      Chevrolet Corvette (1962).  Foto:     Auto-Medienportal.Net/National Corvette Museum

Seit alle acht einstigen Schmuckstücke geborgen und zu besichtigen sind, überlegt die Museumsleitung wie sie vielleicht doch noch von der Katastrophe profitieren kann. Seit dem Unglück sind die Besucherzahlen nämlich um die Hälfte gestiegen. Zwar sollen die Autos restauriert werden, bei denen es machbar ist, die anderen aber sollen ebenfalls Ausstellungsstücke bleiben, egal, was von ihnen übrig geblieben ist. Außerdem soll das Loch stabilisiert und als permanenter Teil der Ausstellung sensationslüsterne Gäste anlocken. „Vielleicht werden wir eine Brücke oder eine Plattform aus Glas darüber bauen“, erklärt Museumssprecherin Katie Frassinelli. „Auch Treppen nach unten sind denkbar. Auf jeden Fall bekommt unser Museum mit dem Krater eine neue Attraktion.“ (ampnet/hrr)

 


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