Achillesferse Batterie: Viele Autos versagen ihren Dienst zum Winteranfag – GTÜ rät zum regelmäßigen Check

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Seit gut einer Woche herrschen in Deutschland Dauerminusgrade und mit den Temperaturen unter Null beginnen so manche Probleme am Auto. Insbesondere Modelle älter als sechs Jahre und Fahrzeuge im Kurzstreckenbetrieb leiden jetzt unter Startschwierigkeiten. Häufigstes Problem – eine schwächelnde oder gar „tote“ Starterbatterie. Nicht umsonst gilt die Batterie auch als die Achillesferse eines Fahrzeugs; kein Bauteil verursacht mehr Pannen als sie, denn ohne Startstrom wird es für die meisten Fahrer ziemlich schwierig überhaupt loszufahren. Das früher gängige „Anschieben“ funktioniert bei neuen Fahrzeugen nicht mehr und kann der modernen Technik sogar schaden. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden rät die GTÜ, die Gesellschaft für Technische Überwachung, auf stets einen funktionsfähigen und voll geladenen Stromspeicher zu achten. Und das mit ganz einfachen Handgriffen, dazu später mehr – jetzt erstmal trockene Theorie.

 

Kälte setzt Batterien zu und schwächt sie.
Die Leistungsfähigkeit der Bordbatterie wird nicht allein vom aktuellen Ladezustand beeinflusst. Ebenso wichtig ist deren Speicherkapazität. Mit zunehmender Kälte verliert der Akku an Kraft. So stehen bei minus zehn Grad Celsius noch 65 Prozent der eigentlichen Leistung zur Verfügung, bei minus 20 Grad sind es nur noch 50 Prozent.

Batteriewartung ist ein Fall für den Fachmann!
Lässt sich der Ladezustand des Akkus über die Säuredichte noch relativ einfach feststellen, sind Aussagen zur tatsächlichen Kapazität nur mit speziellen Messgeräten in einer Fachwerkstatt möglich.
Nicht zu vergessen: der korrekte Säurestand in der Batterie. Wenn möglich, sollte gegebenenfalls vor einem Ladevorgang destilliertes Wasser nachgefüllt werden.

Akku-Pflege selbst gemacht
Damit der Akku im Winter nicht frühzeitig schlapp macht, empfehlen die GTÜ-Experten auch die zusätzliche Aufladung aus der heimischen Steckdose. Entsprechende „intelligente“ Elektronik dafür gibt’s im Zubehörhandel, und das zu moderaten Preisen. Acht Batterielader für weniger als 100 Euro hat die GTÜ getestet. Als bester Lader schnitt das CTEK MXS 5.0 mit dem Prädikat „sehr empfehlenswert“ ab, das von der Firma Kunzer über den Fachhandel vertrieben wird. Diese Geräte werden über Nacht an die Batterie angschlossen und sorgen für volle Kapazität durch eine optimale Aufladung.

Batterie 1×1 – so hält ihr Stromspeicher länger
Um die Batterie zu schonen, raten die GTÜ-Techniker, vor dem Start unnötige Stromverbraucher wie Beleuchtung, Radio, Gebläse, Sitzheizung etc. abzuschalten.

Erfolglose Startvorgänge sollten spätestens nach zehn Sekunden abgebrochen werden. Nach etwa einer halben Minute kann man es erneut versuchen. Bei einer schwachen Batterie die Startversuche rechtzeitig abrechen, bevor der Akku völlig leer „geleiert“ ist.

Damit kostbare Energiereserven nicht unbemerkt etwa über Kriechströme „abhanden“ kommen, ist das Batteriegehäuse sauber zu halten; Pole und Anschlussklemmen sind mit Säureschutzfett konservieren.

Kurzstreckenbetrieb vermeiden oder zumindest ausgleichend mal längere Strecken fahren, denn wer mit seinem Auto meist nur Strecken unter zehn Kilometern fährt belastet die Batterie sehr stark. Während der kurzen Strecken wir der beim Startvorgang verbrauchte Strom nicht wieder von der Lichtmaschine zurückgeladen, soll heißen die Batterie wird zunehmend leerer und kommt durch den fehlenden Strom nicht mehr in ihren Idealzustand. Bei  Langstreckenfahrten wird die Autobatterie hingegen voll aufgeladen und nicht weiter belastet.

Übrigens: Fahrzeuge mit Start-Stop-Funktion sind mit speziellen Batterien anstelle der herkömmlichen Bleiakkus ausgerüstet. Sogenannte AGM- und EFB-Batterien halten der täglichen Belastung durch die vielen Startvorgänge dagegen stand. Viele Hersteller schreiben sogar die Verwendung explizit von einer der zwei stärkeren Batterietypen vor.

 

Und jetzt wünschen wir gute Fahrt durch den Winter. Achja: mit diesen Tipps und bei guter Pflege kann eine Autobatterie auch gerne mal 10 Jahre halten.

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